306. Tag, Rest: 60 Tage 

Einer meiner ganz großen Favouriten ist die Tower Bridge. Ich finde sie bildschön und kann mich nicht sattsehen. Egal von welcher Seite man sich ihr nähert, immer sieht sie gut aus. Und ich war wirklich oft bei / an / auf und unter der weltbekannten Klappbrücke gewesen. Alleine schon das strahlende Türkis-Blau läßt mein Herz höher schlagen. Ich mag diese Farbe und die Tower Bridge zeigt sie in allen Schattierungen. Selbst das Traggerüst unter den beiden Strassenflügeln ist ein Hingucker. Dabei ist es alleine aus statischen Gründen nötig und wird bei fast allen Brücken der Welt in dunklen Farben verhüllt. Warum? Man kann es schlauer machen:

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Ich bin in diese Brücke so vernarrt, dass ich mir ein 3-D-Modell gekauft habe, das in meiner Hamburger Wohnung steht und abends dekorativ angestrahlt wird. Wann immer ich es sehe, gehen meine Gedanken auf Reisen. – Das Original in London wurde 1894 fertiggestellt. Damals haben die großen Segelschiffe noch in der City festgemacht und man kam auf die geniale Idee, wie der Schiffsverkehr die Brücke passieren kann. Man machte die Fahrbahnen schwenkbar und nutzt den Mechanismus bis heute. Etwa 1.000 Mal pro Jahr wird die Fahrbahn hochgeklappt. Autos müssen dann warten, aber die Fußgänger können über die hochgelegenen Stege jederzeit das andere Ufer erreichen. Man steigt im Turm die Treppe hoch und marschiert in gut 45 Meter Höhe über die Themse. Der Ausblick ist grandios, alleine deshalb sollte man es unbedingt einmal machen.

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Wie konnte dieses Foto entstehen? Ganz einfach. Ein Teil des Fußbodens auf der oberen Galerie wurde herausgenommen. Dort hat man Glasplatten eingesetzt und wer schwindelfrei ist, kann auf dem durchsichtigen Glasboden stehen oder gehen und sogar liegen. Der Verstand allerdings sagt einem: Bleib stehen! Da geht es tief hinunter. Wenn man den ‘inneren Mahner’ nicht überzeugen kann, dann gibt es auch die Möglichkeit seitlich am Glasfeld, auf stabilen Stahlplatten, entlang zu gehen. Am besten schließt man die Augen oder guckt stur auf einen Punkt am Horizont. Es wird also niemand zur Mutprobe gezwungen.

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Zur Zeit wird die Fahrbahn der Tower Bridge erneuert, und auch ein ganzer Teil der Mechanik, und deshalb ist die Brücke für den Verkehr gesperrt. Bis Ende des Jahres müssen die Autofahrer Umwege fahren. Zum Glück gibt es viele Brücken über die Themse. Die Fußgänger aber können die ganze Zeit den oberen Steg benutzen. Dort findet man ein kleines Museum, dass sehr interessante Einsichten zum Bauwerk liefert. Auch das ist ein Besuch wert. – Ich mag die Tower Bridge sowohl tagsüber, wenn sie mir ihr strahlendes Blau zeigt, als auch abends. Das ist immer eine ganz besondere Atmosphäre. Ich denke jedesmal, das kann doch gar nicht real sein. Es ist wie im Kino, nämlich märchenhaft.

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Trotz der vielen neuen Bauwerke, der imposanten Hochhäuser und des viel höheren London Eye, ist die Tower Bridge nach wie vor ein Hingucker. Gerade auch aus luftiger Höhe erkennt man ihre einmalige Ausstrahlung. Dieses Bauwerk geht nicht unter, egal was immer man rundherum an Neubauten errichtet. Das passt alles zusammen, alt und neu harmonieren, alles hat seinen Zweck und Sinn. 

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Some Facts:

Die Tower Bridge verbindet die Stadtteile Tower Hamlets im Norden mit Southwark im Süden. Dort ist auf dem Foto das runde Rathaus, die City Hall, gut zu erkennen. Die dunklen Gebäude am Nordufer gehören zum World Trade Center. Direkt gegenüber, auf diesem Ausschnitt nicht mehr zu sehen, ist der Tower.

Mit der Underground ist die Tower Bridge schnell erreichbar. Im Norden steigt man an der Station ‘Tower Hill’ aus, im Süden in ‘London Bridge’.

Laut Tower-Bridge-Website passieren ca. 40.000 Menschen täglich die Brücke. Darunter 21.000 Autos bzw. LKW’s, denn bis 18 Tonnen darf man an Gewicht mitbringen.

Die Brücke wird zwei- bis dreimal täglich geöffnet (tausend Mal pro Jahr). Sie kann fast senkrecht hochgestellt werden, aber man dreht die Flügel immer nur so weit hoch wie nötig. Große Schiffe kommen nur noch selten nach London. Meistens sind es Kreuzfahrtschiffe, die bis hinter die Tower Bridge fahren. Manchmal ist es aber auch “nur” ein dicker Bär, der auf einem Floß sitzt und die Londoner bei Laune hält. So sind sie halt, die Engländer. Liebenswert.

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The boss himself says:

 

George says: “Be honest and tell who walked on the glass and looked down at the brown, sludgy Thames.

Ich sage: “Ja, der Dank gehört dir. Ich habe Höhenangst und kann mich daran erinnern, dass ich mich als Kind strikt geweigert habe über eine Brücke zu gehen, die Holzbohlen mit breiten Fugen hatten. Durch diese Ritzen konnte man das darunter liegende Gleisbett der S-Bahn sehen. Ich scheute wie ein verstörter Gaul und also mußte mich meine Mutter tragen. Ich glaube da war ich schon sechs oder sieben Jahre alt und kein Leichtgewicht. Danke Mum, ich habe es immerhin nicht vergessen.”

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Was passierte noch am 1. November?

 

de 1570 Eine Sturmflut zu Allerheiligen überschwemmt die Nordseeküste von Flandern 

bis nach Nordwestdeutschland. Etwa 20.000 Menschen kommen zu Tode. –

Eine der ganz schlimmen Flutkatastrophen im Mittelalter, aber keineswegs 

die einzige. Da waren ganze Landstriche, wie Dithmarschen, über Nacht

entvölkert.

uk 1611 Das Theaterstück Der Sturm von William Shakespeare wird in London

uraufgeführt. – War er der Autor oder nicht? Und birgt diese Stück ein bis heute

ungelöstes Geheimnis? Ich spiele auf den 30 Meter tiefen Schacht auf der

Insel Oak Island an. Dort wird seit hundert Jahren nach einem Schatz 

gesucht und der will sich partout nicht heben lassen.