6. Tag, Rest: 360 Tage

Vor ziemlich genau drei Wochen, also kurz vor Weihnachten, legte ich mich mit einer Erkältung ins Bett. Nach einem turbulenten Jahr waren meine Batterien alle und ich brauchte Erholung. Seitdem bin ich irgendwie nicht mehr aus dem Regenerieren herausgekommen. Nicht das ich lange das Bett hüten mußte, nach zwei Tagen war alles wieder in Ordnung, aber irgendwie bin ich innerlich bis heute nicht wieder aufgestanden. Die Spannkraft ist futsch und ich habe keine Ahnung wo die Schraube sein könnte, an der ich mich neu justieren kann.

George scheint robuster zu sein. Auch sein Jahr verlief ungwohnt aufregend, aber er hat es bestens weggesteckt. Egal ob Sommer oder Winter, er wacht früh auf und beginnt dann voller Energie seinen Tag. Das passiert so ungefähr gegen halb sechs in der Frühe, wenn ich einen flüchtigen Kuss auf die Wange bekommen und wenig später feststelle, dass ich zwar deutlich mehr Platz im Bett habe, dafür aber die Wärme fehlt. Was ich immer noch für einen schlechten Tausch halte. Etwa drei Stunden später treffen wir uns dann am Frühstückstisch. Fast immer bestens gelaunt, erzählt George mir dann was er schon alles unternommen hat: Some T’ai Chi exercises, read and wrote emails, meditated before jogging, measuring blood pressure and made breakfast. Und ich? Was habe ich zu bieten? Bestenfalls war ich kurz pinkeln und bin anschließend wieder ins Bett gekrochen!

 

sleep
Zwei Arten den Tag zu beginnen: 1.) Schlafen bis der Arzt kommt.

 

Heute morgen habe ich ihm dann die Ohren vollgejammert. “Du hast es gut, bist voller Elan, versprühst gute Laune … und ich kann kaum den Teebecher halten und werde unaufhaltsam in Melancholie versinken, die mich ganztägig lähmt.” Natürlich gilt mein Versuch Mitleid zu erwecken erst einmal mir selbst und deshalb klage ich in meiner Muttersprache, also auf Deutsch. Was für ein Glück, dass George es nicht gut versteht. So bleibt ihm einiges erspart. Dann aber bekam ich doch eine Antwort, die so einfach wie richtig war. “Get up earlier. Five to seven hours sleep are enough. Turn yourself into a morning person.” Und damit hat er Recht; ich weiß es aus eigener Erfahrung. Es scheint paradox, aber das frühe Aufstehen verleiht mir mehr Energie. Nichts ist schöner, als früh morgens die Kamera zu nehmen und eine Tour durch den Wald zu machen. Kommt man dann gegen zehn wieder nach Hause, liegt noch der ganze Tag vor einem und man ist voller Freude, Energie und guter Laune. Das will ich zurückhaben und deshalb habe ich meinen Wecker auf sieben Uhr vorgestellt. Das wird sich noch ein- oder zweimal verschieben, sodaß ich im Frühling wieder von alleine gegen sechs Uhr aufwache. Oder ich bitte einfach George seinen Guten-Morgen-Kuß zu intensivieren, damit ich wirklich wach werde und dann ist auch die gute Laune garantiert.

 

jogger
oder 2.) mit Barney querfeldein Laufen.

 

 

The boss himself says:

George says: „Wakey, wakey! Get up, you’re wasting the day.“

Ich sage: “Das Frühaufstehen lohnt sich wirklich. Und das beste ist, ich kann trotzdem bis Mitternacht wach bleiben!”

 

 

Was passierte noch am 6. Januar?

de 1912 Alfred Wegener stellt seine Gedanken zur Kontinentalverschiebung in der Öffentlichkeit vor.
uk 1540 King Henry VIII of England marries Anne of Cleves (4th wife).