9. Tag, Rest: 357 Tage

Falls Sie in nächster Zeit in London Heathrow landen sollten, dann aktivieren Sie bitte unbedingt das WLAN. Das kostenfreie Netz begrüßt sie sofort nach erfolgreicher Verbingung mit einem kurzen Video mit dem Titel ‘Stephen Fry’s guide to being British‘. Ein wunderbares Machwerk, voller Witz, Selbstironie und leider viel zu kurz. Stephen ist Schriftsteller, Schauspieler, Journalist, Regisseur … Wenn Stephen im Fernsehen auftritt, gerne auch als Comedian, dann schnellen die Einschaltquoten hoch. Geboren wurde er übrigens in Hampstead, London, der Stadtteil zu dem auch ich will, denn mein Freund George wohnt dort. Stephen gilt in seiner Heimat als ‘a national treasure’. George  hingegen führt den Titel exklusiv nur bei mir.

 

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Stephen Fry erklärt die englische Lebensart in drei Minuten. Wunderbar!

 

Das Begrüßungsvideo soll den auswärtigen Besucher, sobald er in London angekommen ist, über die Essenz der Britischen Kultur aufklären. Und da kann Stephen ins Volle greifen, denn Klischees gibt es en masse, und irgendwie haben sie alle ihren wahren Kern. Zum Beispiel die freundlich gemeinte Angewohnheit Beifall zu klatschen, wenn irgendwo Gläser oder Teller zu Bruch gehen. Oder die Bedeutung des Wetters für den small talk, was Stephen uns so erklärt: “No matter where you go, you’re sure to talk about the weather, will need something waterproof to hand, and are likely to meet someone who feels the need to apologise profusely for everything they do.” Womit auch schon die nächste Eigenart angesprochen wurde, nämlich die Gewohnheit sich immer und überall zu entschuldigen. Dann geht er nahtlos zum Schlangestehen über, was auch immer und überall praktiziert wird. Und da gibt es tatsächlich einen lustigen Moment, der entstehen kann, wenn man endlich an der Reihe ist. Manchmal passiert es, dass die queue dann ein wenig aus der Ordnung geraten ist und man nicht ganz genau weiß, wer denn nun der nächste ist. Dann passiert der ‘after you loop‘. Man fordert sich gegenseitig höflichst auf, doch bitte als Erster vorzutreten. Diese Zeremonie kann durchaus länger dauern. Gibt dann einer auf und nimmt das Angebot ‘please, after you’  an, dann steht der andere völlig verdutzt da und murmel ‘incredible’. Ich habe es selbst erlebt. Zum Piepen.

 

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Essen im Pub. Wer das zu lieben anfängt, kann eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung ins Auge fassen. Hier ist der Engländer zu Hause.

 

Alleine schon wegen dieses Videos lohnt sich die Reise nach London. Aber es gibt ja so viele andere Gründe: The traditional pubs, the sense of humour, the double decker buses, the beautiful countryside, the history … Und wenn Sie selbst in einer Großstadt leben und deshalb auf den Trubel der 8,6 Millionen Londoner gar nicht scharf sind, dann gibt es etliche andere Reiseziele auf der Insel: Stonehenge, Edingburgh Castle, Loch Ness, Sherwood Forest oder the Roman Baths. Ach, eigentlich entdeckt man hinter jeder Hecke ein faszinierendes Kleinod oder auch schon mal eine überwältigend schöne, uralte Kathedrale. Und weil der small talk mein Thema ist, liefere ich Ihnen hier gleich noch fünf Top Phrasen, mit denen Sie den englischen Alltag wie ein Einheimischer meistern: Cheers, Darling, Nice one, Cheerio und Mate! 

 

The boss himself says:

George says: „Don’t talk about, this is a must see: Video: Stephen Fry welcomes you

Ich sage: “Wenn ich mir solche Sachen ansehe, kann ich mich kaum noch bremsen, um nicht sofort wieder auf die Insel zu fahren. England tut mir gut und wird langsam unverzichtbar.”

 

 

Was passierte noch am 9. Januar?

de 2007

Steve Jobs stellt das erst Apple iPhone vor. Er ist zwar Amerikaner, verändert

aber die Welt, und damit auch Deutschland. Ist das wirklich erst 9 Jahre her???

 

uk 1806

Admiral Horatio Lord Nelson receives a state funeral and is interred in St Paul’s Cathedral.