43. Tag, Rest: 323 Tage

Sucht man diesen Begriff im Internet, landet man nur dann bei todernsten Geschichten, wenn man die deutsche Übersetzung eintippt. Beim englischen ‘deadly serious’ stößt man auf genauso viele funny wie serious stories. Ich hatte es ehrlich gesagt geahnt. – Wann immer ein Mensch eines unnatürlichen Todes stirbt, wird die Gerichtsmedizin eingeschaltet. Ihre Aufgabe ist es die Ursache herauszufinden. Überraschend ist vielleicht, was alles in diese Kategorie ‘unnatürlich’ fällt: Selbstmord, Ertrinken, Unfall und vieles mehr. In all diesen Fällen wird eine Untersuchung angeordnet, die mehr oder weniger aufwendig durchgeführt wird. Zum Schluß sollte es immer ein Ergebnis geben, das im sogenannten inquest report festgehalten wird. 

Man könnte annehmen, dass das eine todernste Sache ist, aber dann wäre es nicht möglich so etwas in England zu praktizieren. Selbstverständlich achtet auch der Brite auf Pietät im Todesfall und doch schleichen sich immer wieder Formulierungen ein, die es mir schwermachen nicht lauthals loszulachen. Ich biete mal zwei Kostproben an, dann wissen Sie was ich meine.

Wir kennen den englischen Touristen am Mittelmeer. Mit krebsroten Rücken inmitten von unzähligen Bierdosen kann er sein Glück nicht fassen, denn er hat ein paar barbusige junge Damen seit Stunden im Blick. Es stimmt, denkt er sich, die ziehen sich wirklich aus! Wow. Der Alkohol, die Hormone und die wilde Vorfreude auf vage Sexträume am Abend, nehmen seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Da merkt er gar nicht, wie ihm die Sonne auf den Pelz brennt. Wenn er denn nur einen hätte, aber es ist nur nackte Haut und das hat Folgen. Irgendwann versagt sein körpereigene Kühlsystem, der Mann überhitzt, der Kreislauf bricht zusammen, Exodus. So ist es einem englischen Verkäufer auf Ibizia passiert. Und so liest es ich dann im inquest report: “A salesman roasted to death sunbathing on a beach in Ibiza on the first day of his holiday.”

 

tourist
Hier macht ein Engländer Urlaub. Ist er baden gegangen oder vedampft?

 

Noch dramatischer ist der Tod eines Drachenfliegers gewesen. Vermutlich wußte er, dass die Landung nicht gutgehen kann. Lassen wir die Mediziner sprechen, denn keiner kann es bildhafter schildern: “A paraglider crashed into a 300 ft-high cliff but made a perfect landing despite breaking 15 bones.” Man betont die Perfektion der Landung. Das ist doch wirlich feinfühlig. Das Wort Bruchlandung würde einem englischen Mediziner niemals über die Lippen kommen. Dafür ist er viel zu sehr Gentleman. 

 

urlaub
Den Handtuchtrick haben die Briten längst kapiert:  It has been reported that British tourists are winning the sunlounger wars in Spain, waking up hours earlier than their rivals to secure a comfortable spot by the pool. They are placing their towels on loungers to “reserve” them as early as 6am. One Briton went the extra mile by using a towel with the word “reserved” on it.

 

 

 

The boss himself says:

George: „You forget to tell that one of the broken bones was the skull. Else it wasn’t half as bad in the end.

Und ich: “Im TV hörte ich einen guten Witz. Ein Pathologe sagt: Er starb an E605. Darauf der Polizist: Was, vom Zug überrollt?” 

 

 

Was passierte noch am 12. Februar?

de 1899

Das Deutsche Reich erwirbt von Spanien die im Stillen Ozean gelegenen Inselgruppen 

Karolinen, Marianen und Palau gegen Zahlung von 17 Millionen Mark. Die Bevölkerung 

war im Preis mit inbegriffen.

uk 1941

In London wird ein Polizist als erster Patient mit Penicillin behandelt. – Demnächst 

haben wir es wohl geschafft, das es wegen Massengebrauch seine Wirkung verliert.