319. Tag, Rest: 47 Tage 

Zum Glück sind meine small-talks inhaltlich in England zuhause und deshalb muß ich mich um die Tagespolitik nicht kümmern. Selbst wenn es so bedeutende Ereignisse sind, wie die Wahl eines neuen US Präsidenten. Hier, in meinem Blog, kann ich die Sache ingorieren. Oder gibt es irgendeine Verbindung zwischen Donald Trump und den Britischen Inseln? War da nicht was? Wurde er nicht aus Schottland verbannt? Und warum ist er überhaupt dort hingeflogen? Es hilft nix, wir müssen es klären. So, let’s sort this matter out once and for all.

 


dalai-lamaIm Frühstücksfernsehen macht sich der Dalai Lama über Donald Trump lustig. Er imitiert dessen Frisur und sagt: “I don’t know, sometimes when you see him, the way his hair [put hand on forehead] and his mouth is small that is my impression of him but I don’t know. If he invited me [to the White House] then I’d go.” 

Kichernd lächelt er in die Kamera und scheint zu wissen, was er da gerade macht. Er amüsiert sich über den nächsten Präsidenten der USA. Das sieht man auch nicht alle Tage. – George fässt es gleich mal professionell für mich zusammen, allerdings mit seinen Worten: Appearance: 70-year-old man wearing dead alien animal on his head. Hair tests inconclusive on material unknown to science. – Gut ich höre auf, denn wir wissen ja seit Gerhard Schröder, dass die politischen Männer in Sachen Haarfarbe und -schnitt empfindlich auf Kritik reagieren.


 

Nun, Donald Trump ist ein Geschäftsmann, mit Schwerpunkt Immobilien (Kauf, Verwaltung). Weltweit baut er Hotels und eines davon steht in Schottland. Es lockt u.a. mit einem weitläufigen Golfplatz, der zum Angebot der first-class Herberge gehört. So weit, so gut. Lesen wir aber mal in Wikipedia nach, dann wird schnell klar, dass die Beziehungen zu Schottland weit tiefer reichen:

Donald Trump ist das vierte von fünf Kindern des Immobilienunternehmers Frederick Trump Jr. (1905–1999) und seiner Frau Mary Anne MacLeod (1912–2000). Sie stammte aus Tong auf der schottischen Isle of Lewis. Väterlicherseits waren seine Großeltern Friedrich Trump und Elisabeth Christ aus Kallstadt in der Pfalz  eingewandert. Auch der Vater des Ketchup-Unternehmers Henry John Heinz, Johann Heinrich Heinz, stammte aus Kallstadt, seine Mutter Charlotte Luise war eine geborene Trump. In einem Interview gab Trump an, stolz auf ‘dieses deutsche Blut’ zu sein.”

Oha, dann muß ich mich wohl doch einmal des Themas hier annehmen. Eigentlich ja keine Überraschung, wenn ich erinnern darf, wurde Nordamerika im 17. Jahrhundert kolonalisiert und verkündete am 4. Juli 1776 seine Unabhängigkeit vom britischen Mutterland. Alle Bewohner der USA, außer den Indianern, sind Einwanderer. Die meisten aus England oder Deutschland stammend. So müssen also die Vorfahren von Donald Trump ausserhalb Amerikas zu suchen sein. Wo aber finden wir die Isle of Lewis, wo seine Mutter 1912 geboren worden war?

 

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Ganz im Norden, auf den Äußeren Hebriden, wurde Mary Anne MacLeod geboren.

 

Eigentlich ist Lewis nur ein Teil der ziemlich großen Insel ‘Lewis and Harris’, aber das sei nur am Rande erwähnt. Viel interessanter wäre es zu wissen, ob noch Verwandte des zukünftigen US Präsidenten dort leben? Und falls ja, dann vermute ich mal, dass sie einen relativ harten Alltag zu meistern haben, denn das rauhe Klima fordert den Menschen etwas ab. 

Und tatsächlich gibt es einen Cousin auf der Insel, der seinem amerikanischen Verwandten schriftlich zum Sieg gratulierte. Vorsorglich fügte er gleich hinzu: “… I urge you not to visit the Hebridean home of your mother as I fear the island will not be able to cope with all the attention.” Trump’s schottischer Cousin heißt Calum MacLeod, ist 69 Jahre alt und ergänzte auf Nachfrage: “The island would be more than happy to roll out the red carpet.” Wenn das man stimmt, denn eine eiligst eingerichtete Facebook Seite wurde mit 150 likes und 770 unlikes getagged. Weil man dort natürlich auch kommentieren darf, machten sich andere Bewohner von Lewis gleich mal Luft: “He (Donald Trump) ist the antithesis of a good and worthy Lewisman.” Rumms, das war deutlich.

 

family
Trump zu Besuch auf den Hebriden. Der Mann rechts neben ihm ist sein Cousin Calum MacLeod. Ganz links steht seine Schwester Maryanne.

 

Der nächste Präsident der Amerikaner sprach in seiner Biografie von seinem ‘Stolz auf die deutsche Abstammung’. Gut, das wird er nett gemeint haben. Aber der gewählte Volksvertreter von ‘Lewis and Harris’ hat eine ganz andere Sichtweise unter seinen schottischen Landsleute erlebt: “I had not met a single person on the islands who was ‘proud’ of the president-elect, and he would not be welcome unless he changed his divisive policies.”

Trump’s Vorfahren werden schon ihre Gründe gehabt haben, als sie 1930 im Hafen von New York um Einreise baten. Ich vermute bittere Armut und keine Aussicht auf Besserung. Überliefert ist, dass sie in einem Haus lebten, das ganz verrußte Wände hatte und deshalb als ‘Black House of Lewis’ bekannt war. Und heute, nur eine Generation später, zieht der Sohn in das White House in Washington ein. Und das ist dann irgendwie doch eine Erfolgsgeschichte.

 

flugzeug
So kommt Mr Trump zu Besuch. Was macht man, wenn der Garten nur klein ist? – Witzig, er ist wohl der erste Präsident, der sich an die, -aus seiner Sicht-, kleinen Wohnverhältnisse in Washington gewöhnen muß.

 

   

The boss himself says:

 

George says: “I get too old for this world. Sometimes I don’t know if it’s reality or am I dreaming?”

Ich sage: “Ich kann dich trösten, es geht wohl vielen gerade so.” 

 .


 

Was passierte noch am 14. November?

 

de 1946

Hermann Hesse bekommt den Nobelpreis für Literatur zugesprochen. –

Heute kann den wohl jeder bekommen, der ein paar Worte reimen kann.

uk

1973

Die britische Prinzessin Anne heiratet den bürgerlichen Artilleriehauptmann 

Mark Phillips. – Ein Jahr später gab es einen Entführungsversuch. Man

versuchte Anne aus dem Auto heraus zu kidnappen, um Lösegeld zu

erpresessen. Zum Glück ging die Sache schief.