258. Tag, Rest: 108 Tage 

England tauscht seine Pfundnoten aus. Den Anfang macht der Fiver (£5). Er wird kleiner, farbiger und ist aus Plastik. Vielleicht passt man sich an das Scheckkartenformat an? Denn in Londoner Geldbörsen findet man normalerweise keine Münzen, jedenfalls nicht bei den Männern. In ihren wallets sind ausschließlich Kreditkarten und Banknoten; das Wechselgeld landet klimpernd in der Hosentasche. Da würde es Sinn machen, wenn man die Geldscheine auf die Breite der Karte abstimmt. Das neue Material soll so gut wie unzerstörbar sein. Es ist irgendein Polymergemisch, hitzebeständig und reißfest. Einen Aufenthalt in der Mikrowelle oder Waschmaschine übersteht der neue Fiver ohne Schäden. Vermutlich hat wieder niemand daran gedacht, dass man ihn irgendwann auch entsorgen muß. Das wäre leider typisch britisch. Während man endlich Geld für Plastiktüten verlangt, ersetzt man im Geldwesen Papier durch unzerstörbare Kunstfasern. “Oh, these Germans, always looking far into the future”, stöhnt George jetzt auf. “Love yourself, be merry and enjoy the moment.” Altersweisheit eines Insulaners?

 

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Rückwärtig ziert die neue Banknote ein Konterfei von Sir Winston Churchill. Rechts ist zusätzlich Big Ben und die Queen aufgedruckt. Aus Sicherheitsgründen in aufwendiger 3-D-Technik.

 

Als erstes kam gestern die neue fünf Pfund Note in den Umlauf. Beim Volk kurz Fiver genannt. Damit kann man sich ein großen Glas Bier kaufen, eine Portion Fish & Chips oder die VIP Gebühr am Airport Heathrow bezahlen. Kein Witz, wenn Sie dort fünf Pfund auf den Tresen legen, müssen Sie sich nicht in die endlos langen Warteschlangen einreihen. Eigentlich ein faires Angebot, oder? Fünf Pfund hat man doch immer in der Tasche, das ist keine große Angelegenheit. Allerdings aufgepasst. Die neuen Plastikscheine laden sich gerne statisch auf. Dann kleben sie fest aneinander und sind nur schwer wieder zu trennen. Hoffentlich passiert das bei meiner nächsten Barabhebung am ATM. So werden die cash machines (Geldautomaten) genannt. Noch lukrativer könnte es werden, wenn auch schon die größeren Scheine, in der neuen Version, im Umlauf sind. Als nächstes wird die zehn Pfund Note ausgetauscht und der Zwanziger ist dann ab 2020 fällig. Die alten Papierscheine sind allerdings weiter gültig. Man zieht sie nach und nach aus dem Verkehr. Eine Garantie für den Fiver gibt es aber nur noch bis Mai 2017; danach könnte er wertlos werden. Also, falls noch Reste in Ihrer Urlaubskasse liegen, planen Sie einfach einen Weihnachtsurlaub in London. Das macht Spaß und das Problem ist gelöst.

 

 

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Der neue Schein ist kleiner, farbig, aus Plastic und hat einige Sicherheitsmerkmale zusätzlich. Am Wert hat sich nichts geändert; ein fiver ist aktuell für 5,93 Euro zu haben.

 

 

The boss himself says:

George says: “It’s a miracle. Our glorious Queen isn’t ageing. She always looks the same.

Ich sage: “Stimmt nicht. Das neue Bild auf der linken Seite, ist deutlich aktueller. – Übrigens wiegelt die Bank of London bezüglich des elektrischen Magnetismus der Scheine ab. Die Haftwirkung lässt nach kurzer Zeit nach. Wahrscheinlich muß sich erstmal eine Fettschicht (Finger, Chips, Ice Cream …) bilden, die dann wie ein Isolator wirkt. Warten wir’s mal ab.”

 

 

 

Was passierte noch am 14. September?

 

de 1958

Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Staatspräsident Charles

de Gaulle beenden bei ihrem ersten Treffen die „Erbfeindschaft“ zwischen

beiden Ländern. – Prima, dann kann ich mich mit aller Leidenschaft um die

Anglophilie kümmern. 

uk 1752

Das Britische Weltreich führt den Gregorianischen Kalender ein. Auf den 2. Sept. 

folgt in diesem Jahr der 14. September. – Hamburg machte es schon um 1700.