15. Tag, Rest: 351 Tage

Hundeliebhaber wissen es längst, sie können ihrem Liebling die Stimmung im Gesicht ablesen. Jetzt haben sich englische Wissenschaftler damit beschäftigt. Superschlau. Eine Studie mit und über Hunde. Einen angenehmeren Zeitvertreib kann sich ein Engländer kaum vorstellen. Getestet wurden aber eigentlich gar nicht die Vierbeiner sondern wir Menschen. Die Frage war, ob wird die Mimik des Hundes richtig deuten. Ja, tun wir, sogar ziemlich präzise. Wobei ich nicht weiß ob es auf alle zutrifft, denn wie gesagt, dem Engländer ist der Hund vertraut. Letztes Jahr hat der Vierbeiner den Schwiegermüttern den Rang abgelaufen. Sie müssen sich seitdem hinter dem tierischen Hausgenossen auf der sozialen Rangleiter einsortieren. Erst kriegt der Hund zu futtern dann mother-in-law. Soviel zum Stellenwert eines Hundes im englischen Haushalt.

 

ugly
Welche Botschaft dieser Hund jetzt vermittelt weiß ich nicht genau. Aber ich denke es wurde spät und die Nacht war kurz.

 

Die Forscher brauchten als erstes und wichtigstes einen tierischen Kandidaten, der bereit war alle Gefühlsregungen offen zu zeigen und das auch noch vor laufender Kamera! Menschen müssen dafür eine Schauspielschule besuchen, das ist gar nicht so einfach. Jedenfalls nicht, wenn man weiß, dass man fotografiert wird. Mir gelingt es zum Beispiel noch nicht einmal ein halbwegs entspanntes Lächeln zu zeigen. Sobald ich die Kamera wahrnehme, verliere ich die Kontrolle über meine Gesichtsmimik. Und damit nicht genug, meine Hände und Arme wissen dann auch nicht mehr wo sie hingehören. Sie fummeln dann irgendwo herum, statt einfach das zu machen, was sie am besten können: seitlich runterbummeln. Schrecklich. Peinlich. Bloß keine Fotos.

Dem Schäferhund Mel machte das alles nichts aus. Er benahm sich ganz professionell, also ganz normal. Man lobte ihn und schon zeigte er Freude. Dann zeigte man ihm seine Medizin, die bitter schmeckt und folgerichtig verschwand das Lächeln von der Hundeschnauze. Nägelkürzen mag er auch nicht, das ziept manchmal und also wurde Mel ein ganz klein wenig ängstlich als man ihm den Trimmer zeigte. Nach dem Shooting wurden seine Fotos den menschlichen Probanden vorgelegt. Sie konnten alle sehr genau sagen, wann Mel glücklich, wann ängstlich oder gar ärgerlich war. Der Test war bestanden. 

 

dog
Mel zeigt bereitwillig sein ganze Spektrum an Gefühlen. Man, in diesem Fall Engländer, verstanden seine Mimik einwandfrei.

 

Da auch ich mit Hunden und Katzen groß geworden bin, ist das alles keine Überraschung für mich. Aber eine andere Erkenntnis war mir dann doch neu. Da Hunde genau wie wir über eine linke und rechte Gehirnhälfte verfügen, darf man unterstellen, dass auch bei ihnen wichtige Dinge wie Erkennen, Erinnern oder Kommunizieren einseitig angeordnet sind. So wie wir eindeutig zwischen rechts und links unterscheiden, unsere Vorlieben haben, -ich neige als Linkshänderin zur linken Seite-, machen auch die Hunde diesbezüglich Unterschiede. Und so ist zwar das leichte Schweifwedeln grundsätzlich eine freundliche Geste, beinhaltet aber feine Details, die unserer Aufmerksamkeit oft entgehen. Hunde bevorzugen eine Seite beim Schweifwedeln, also die Rute schlägt deutlich stärker nach links oder eben nach rechts aus. Und das wird von den Artgenossen ganz unterschiedlich interpretiert. Einmal als Zeichen des Vertrauens und das andere Mal als Warnung. Schlägt der Schwanz eindeutig stärker nach rechts, dann fühlt sich der beobachtende Hund unwohl und wird kurz über lang abdrehen. Oder war es jetzt andersherum? Ist links nicht gut?

 

 

The boss himself says:

George: „Don’t ask. Don’t speculate further. I will not respond to any of your questions.”

Und ich: “Ja, aber das wäre doch mal ganz interessant zu wissen … ?!?”

 

 

Was passierte noch am 15. Januar?

de 2004

T-Mobile Deutschland schaltet sein UMTS-Netz für alle Kunden frei.

uk 1559

Elizabeth I is crowned Queen of England in Westminster Abbey, London, England.