108. Tag, Rest: 258 Tage

Weil ich gestern beim Schreiben viel gelernt habe, mache ich heute noch ein bißchen weiter. Also was muß man noch über das Vereinigte Königreich wissen, um mitreden zu können? Die Namen der Hauptstädte wären wohl ein guter Anfang. In England ist das natürlich London. Einfach. Und in Schottland? Da ist es Edinburgh, gesprochen  [ˈɛdɪnb(ə)ɹə], also den hinteren Teil eher wie borough oder tomorrow aussprechen. Nun wird es knifflig. Wie heißt die Hauptstadt von Wales? Genau, es ist Cardiff. Und in Nord Irland ist es Belfast.

parlament
Das schottische Parlament in Edinburgh. Es ist dem Englischen in Westminster untergeordnet.

Ein paar größere Städte in England sind Birmingham (zweit größte nach London), Liverpool (ich ordne das gerne Schottland zu. Falsch!), Manchester oder Southampton.

Bleiben wir gleich im Süden an der Küste, dann fallen uns vielleicht Swansea und Newport ein? Die gehören zu Wales. Bekannter vielleicht die Städte in Schottland: Glasgow, Dundee oder Aberdeen an der Westküste.

Eindruck macht es, wenn man die Nord-Süd Achse, also die längste Landstrecke der Insel benennen kann. Sie beginnt in Land’s End (Südwesten) und reicht bis John O’Groats (Nord Schottland). Die Strecke beträgt 870 Meilen was ungefähr 1.400 Kilometern entspricht. Von Flensburg nach München sind es 950 km, bis zur Grenze kommt noch etwas dazu, dann wird es vergleichbar.

john
Am Ende der Welt. Jedenfalls der englischen. Hoch im Norden Schottlands liegt John O’Groats.

In England leben die meisten Menschen in den Städten, aber sie lieben das Land. Ein Ausflug ans Meer ist für jeden Engländer Pflichtprogramm. Von Kindesbeinen auf an wird er ganzjährig an die Küste mitgenommen. Egal ob mit Auto oder Bahn, der Engländer braucht regelmäßig seine seaside Touren. Aber auch ein Tagesausflug in einen Naturpark (natural outstandig beauty – was für ein schöner Begriff!) oder einfach einen trip to the countryside ist für den Engländer unverzichtbar. Walking, camping and fishing sind fast jedermanns Freizeitbeschäftigung. Wer in London gebunden ist, püttert im Schrebergarten oder züchtet Bienen.

Werden Dialekte gesprochen? Gibt es englische Mundart? Ja, sowohl in England selbst als auch in London. Achten Sie mal auf den Fahrer der black cab (Taxi), der wird besten Londoner Slang sprechen. Für einen kaum verständlichen Dialekt ist mir George immer ein gutes Beispiel. Sein Brummie English aus Birmingham mußte er sich erst einmal abtrainieren, bevor er die Uni in London besuchen konnte. In Wales wird sogar eine völlig andere Sprache gesprochen. Welsh ist kein Dialekt sondern eine eigenständige Sprache und völlig anders als Englisch. Dasselbe trifft man in Schottland an. Man spricht Gaelic und auch das ist eine eigene Sprache. Allerdings begegnen man gälisch sprechenden Schotten nur auf den Highlands und den Inseln. In den Städten kann man sich mit Englisch sehr gut verständigen. Das gilt auch für Wales. Das Irish Gaelic ist noch eine andere Variante und wird von einigen Leuten in Belfast benutzt. Und wieviele Menschen leben auf der Insel? Zählt man die Bevölkerung in UK durch, dann sind es mehr als 62 Millionen. Vor sechzig Jahren waren es übrigens nur 50 Millionen. England ist als Einwanderungsland beliebt, ich kann es sehr gut nachempfinden. Dort könnte ich auch schnell heimisch werden. Die Frauen haben sich längst emanzipiert. Sie sind inzwischen an den Universitäten in der Überzahl. Es studieren mehr junge Frauen als Männer. Es ist in England üblich, dass Frauen auch in der Ehe weiter ihren Beruf ausüben. Der Engländer heiratet gerne und will Kinder haben. Die Geburtenrate ist deutlich höher als in Deutschland (2,4 Kinder zu 1,2). Haushalt und Erziehung teilen sich die Eltern. Der Anteil der Frauen in Toppositionen nahm in den letzen Jahren deutlich zu. Deutschland hinkt hinterher.

Genug für heute. Mal sehen, ob George das auch gewußt hätte. Wahrscheinlich nicht, er muß sich nicht “qualifizieren”, er hat englische Gene und überzeugt durch tägliche genial-schusselige Einfälle.

wales
Es muß nicht immer Cornwall sein. Wales ist wunderschön und ziemlich preiswert. Leider verfallen manche Badeorte an der Küste mehr und mehr. Es kommen einfach zu wenige Touristen ins Land.

The boss himself says:

George says: “Yaouw moy becum british but yaouw never becum english.”

Und ich: “Und ob mein Lieber, denn das habe ich ausnahmsweise mal verstanden. Er wollte mir sagen: You may become British, but you never become English. Abwarten und Tee trinken.” “I’ll put the kettle on.”

Was passierte noch am 17. April?

de 1912 Im Ruhrgebiet wird es duster. Eine 99,9%-ge Sonnenfinsternis macht den Tag

zur Nacht. Die meisten wurden überrascht, Twitter war noch nicht erfunden.

uk 1875 Britische Kolonialoffiziere erfinden vermutlich an diesem Tag im Ooty Club von 

Ootacamund, Indien, die Sportart Snooker. – Gell Astrid, das hast du nicht gewußt 😉