321. Tag, Rest: 44 Tage

Im November fegen die Herbststürme über den Atlantik und toben sich an Englands Westküste aus. Da sind dann durchaus schon mal Graupelschauer dabei und im Schottischen Hochland kann es richtig weiß werden. In London bleiben die Temperaturen deutlich milder, trotzdem kann der Wind unangenehm heftig durch die Stadt fegen. Das Met Office warnt vorsorglich die Bevölkerung. Offizielle heißt es jedes Jahr: Be prepared! Possible disruption to water supplies, gas and electricity.

 

sturm-hund
Stormy weather. Da heißt es Ohren anlegen und Regenschirm festhalten.

 

Der Sturm ist eine Naturkraft, wir können ihm nicht trotzen. So kommt es auch immer wieder zu Seenoteinsätzen mit tödlichen Ausgang. Die Zahl der Ertrunkenen ist erstaunlich hoch. Aber zu meiner großen Überraschung, sind die meisten Opfer gar keine Wassersportler oder Badegäste. Nein, die meisten sind Spaziergänger, die über die Klippen fallen oder einfach von einer Welle fortgespült werden. Gar nicht selten passiert so ein tragischer Unfall bei Seebestattungen. Die dürfen in England von Hinterbliebenen selbst, an jeder Stelle der Küste, durchgeführt werden.  Man fährt dann am Wochenende mit der Urne unter dem Arm an die See und bemüht sich die Asche so würdig wie möglich zu versenken. Klar, man mag nicht loslassen und da vergißt man dann schnell, dass man gar nicht schwimmen kann. Schon ist es passiert; Doppelbeisetzung. Soll man nun lachen oder taktvoll schweigen?

 

weather-selfie
Kein Wunder das jedes Jahr viel Engländer ertrinken. Sie gehen bei Sturm gerne an die Steilküste und schießen ein (letztes?) Selfie.

 

 


George sagt: “English people swim like a an astmathic turtle. ” 

Ich sage: “Ab Windstärke 9 bleiben wir zu Hause und trinken Tee.”


 

 

Was passierte noch am 17. November?

 

de 1934 – Todestag von Joachim Ringelnatz, deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

uk 2013 – Date of Doris Lessing’s death, English novelist, poet, and playwright