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“Dein Blog ist echt tierisch”, sagt mir ein Freundin und ich weiß nicht genau was sie meint. Ist das jetzt ein Lob oder stört sie sich an den häufigen Berichten über (Haus-) Tiere? Ich kann es ja auch nicht ändern, die Pets nehmen nun mal viel Platz im englischen Alltag ein. Zur Familie gehören sie sowieso. Die meisten Vierbeiner, jedenfalls die Hunde, sind auch bei allen anderen Familienaktivitäten dabei. Und deshalb wundert es mich nicht, wenn ich über die vielen Abgeordneten lese, die den ‘besten Freund’ mit ins Ministerium bringen. Das ist in England normale Praxis.

 

doodle
Der Rassehund hat ausgedient. Mischlinge, wie dieser Doodle, sind die neuen Stars. Mir ist es egal, der Charakter muß stimmen. Das gilt übrigens auch für menschliche Freunde.

 

Jetzt hat aber hat das britische Parlament einen Bann über alle Vierbeiner im Westminster Palace ausgesprochen. Was eigentlich überflüssig war, denn ein Hundeverbot bestand schon seit 1991. Damals hatte man beschlossen: “No dogs are allowed in the Palace of Westminster except for guide dogs and sniffer dogs.” Gekümmert hat das bisher niemanden. Und falls jemand nachfragt, dann geht Dward eben als Spür- oder Blindenhund durch. Je nach Herrchens Alkoholspiegel.

Jetzt wurde Sir Alan Duncan (MP = Member of Parliament) mitgeteilt, dass sein Cocker Spaniel nicht länger geduldet werden kann. “His bringing into Parliament is risible and pathetic.” Die Hündin, die auch noch einen Pudel als direkten Vorfahren hat, also ein cocker spaniel-poodle ist, hört auf den schönen Namen Noodle. Sie reagierte auf den Rausschmiß entrüstet und das kann ich sehr gut verstehen. Sir Alan bringt seine Hundedame oft mit ins Büro und nie gab es Ärger. Er berichtete der Zeitung: “I have consulted Noodle who is feeling very defiant and indignant. She thinks basically this is banning something that is not a problem.” 

 

noodle
Noodle ist beleidigt, Sir Alan sieht es gelassen. Falls er sich entscheiden müsste, wird Noodle ganz sicher nicht den Kürzeren ziehen.

 

Sollte man aber tatsächlich auf Noodles Fernbleiben bestehen, -da wird es vorher noch einen Volksentscheid geben müssen-, dann hat Sir Alan bereits einen Plan B bereit. Er wird dann ins Aussenministerium umziehen. Da residiert Boris Johnson und der hat bekanntlich bereits Kater Palmerston Asyl gewährt. Alles wird gut, woof-woof!

 

 

 

The boss himself says:

 

George says: “Last month I heard from Penny Mordaunt, she is the minister for disabled people, that she brought her cat to Westminster to tackle the notorious mouse problem.”

Ich sage: “Das scheint wohl wirklich kein Gerücht zu sein. Im Parlament müssen tausende von Mäusen wohnen. Nachts tanzen sie wahrscheinlich auf dem Rednerpult des Houses of Lords. Unfassbar, aber wahr.” 

 

peer
Vielleicht kuscheln sich die Mäuse nachts in die weichen Lammfellkragen der Peers? Oder schlafen in den Perücken der Lords?

 

 

  

Was passierte noch am 17. Oktober?

 

de xxxx

 

Historisch gesehen ein durchschnittlicher Allerweltstag. Es passiert nix, das mir

wert scheint hier erwähnt zu werden. In den USA stieg vor genau zehn Jahren 

die Bevölkerung auf über 300 Millionen Menschen. Da stellt sich mir natürlich die

Frage: “Und unter all diesen Leuten sind eure beiden Präsidentschaftskandidaten

die erste Wahl?” – Was lässt sich aber über England oder Deutschland berichten?

Ach so, eine Sache fällt mir schon ein: In sechs Wochen ist der 1. Advent! 

 

uk xxxx