141. Tag, Rest: 225 Tage

Im Londoner West End drängen sich die Theater auf engsten Raum. Nirgends auf der Welt stehen so viele namenhafte Bühnen dicht an dicht wie in London. Mit West End ist das Zentrum der City of Westminster gemeint. Zwischen Piccadilly Circus, Leicester Square and Trafalgar Square geht der Londoner abends aus. Entweder ins Musical, in ein Kino oder gleich ins Theater, wo neben den Klassikern natürlich auch Shows aller Art geboten werden. Und nicht selten sind die Vorstellungen ausverkauft oder sehr gut besucht. Freitag und Samstag sowieso. Wo bekommt man also die Tickets her? Gibt es Sonderangebote?

Für die ganz großen Events, die von Touristen aus aller Welt besucht werden (Last Night of the Proms, Trooping the Colour, Musicalpremieren etc.), bekommt man am besten Karten, wenn man bereits im Reisebüro danach fragt. Oder man versucht es selbst, direkt beim Veranstalter, per Internetbestellung. Will man aber spontan ins Theater und weiß vielleicht noch gar nicht genau was, wo, wann zu sehen ist, dann sollte man zum Ticketshop gehen. Dort wird man gut beraten und bekommt nicht selten Sonderpreise für die Vorstellungen. Der offizielle Kartenverkauf wird von TKTS angeboten. Man findet den Kiosk zentral am Leicester Square. Steigen Sie an der gleichnamigen U-Bahn Station aus und gehen Sie zum Ausgang Charing Cross Road. Dann die Cranbourn Street entlang bis zum Leicester Square. Links, an der Südseite des Platzes, ist das TKTS Häuschen. Ein weisser Pavillion mit einer Uhr auf dem Dach. Gleich dahinter ist das Radisson Hotel Edwardian Hampshire.

 

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Im Clock-Tower (eingeschossiges Häuschen!) am südlichen Leicester Square ist der Ticketverkauf London untergebracht.

 

Wahrscheinlich werden Sie schon auf dem Weg zum TKTS viele Ticketverkäufer auf der Straße antreffen. Sie geben nicht selten vor in offizieller Mission unterwegs zu sein. Das ist Unsinn; sie sind allesamt Schwarzhändler. Fallen Sie auf die “sensationellen Angebote” nicht herein. Das TKTS öffnet täglich um 10 Uhr. Nur Sonntags machen sie erst um 11 Uhr auf. Es gibt aber keinen Grund gleich morgens dort zu sein. Im Gegenteil. Meist hat sich schon in der Frühe eine Schlange gebildet, denn die Kunden glauben wer zuerst kommt, erhält die besten Karten. Tatsächlich aber werden Kartenkontingente den ganzen Tag über erneuert und aufgestockt, so dass man selbst kurz vor Feierabend (19.00 Uhr) durchaus noch gute Karten kaufen kann. Die Theater sind ja meistens ganz in der Nähe und weil in London die Vorstellungen um 20.00 Uhr (manchmal auch 19.30 Uhr) anfangen, hat man Zeit genug, um rechtzeitig dort zu sein.

Bei TKTS zahlt man am besten mit Kreditkarte aber sie nehmen auch Bargeld an (Britische Währung). Wie alle Theaterkassen nehmen Sie eine Buchungsgebühr, die pauschal £3 beträgt. Wenn Sie dort sind, lassen Sie sich den London Theatre Guide geben, der informiert ausführlich den Touristen über das kulturelle Leben in der Stadt. Die Mitarbeiter im TKTS sind sehr freundlich. Sie hatten immer viel Zeit und Geduld mit mir, wenn ich wieder nicht wußte wozu ich mich entscheiden sollte oder mein Englisch gerade hakte.

 

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Der Leicester Square mit William Shakespeare in der Mitte. Hinten ist der TKTS Pavilion zu sehen. Rundum sind die großen Kinos, wo auch oft Premieren stattfinden (Odeon, Vue …)

 

Denken Sie dran, der Engländer sieht es gerne, wenn man sich nett kleidet. Es muß kein Abendanzug sein, aber die Krawatte sollte nicht fehlen. – Eine etwas sehr strenge Auslegung des dress codes haben wir gerade bei Fortnum & Mason erlebt. Kaufhaus für Luxusartikel in der Piccadilly Street, königlicher Lebensmittelhändler und Erfinder der Scotish Eggs! Wer einen Hamper (Fresskorb) von F&M geschenkt bekommt, hat es gesellschaftlich geschafft. Für ein solches Präsent zahlt man locker £200. Der Inhalt umfasst Leckereien von Sticky Garlic Nuts bis Champagne Preserve. Wir aber wollten nur mal gucken und kauften schließlich eine Dose Sardinen. Der Verkäufer verzog keine Mine und ob Sie es glauben oder nicht, er bediente uns formvollendet im schwarzen Frack gekleidet! Alleine seine Wortwahl und Aussprache waren schon die völlig überteuerte Fischkonserve wert. Gerne hätte ich ein Foto gemacht, aber das wäre dann doch zu dreist. Den Sprachstil kann ich leider nicht imitieren, aber George kann es perfekt und er mußte es mir dutzende Male vormachen. Ich glaube Schauspieler hätte er auch werden können. Aber ob nun operating theater oder musical theater, sprachlich scheint das in England noch immer eng verwandt zu sein.

Also, viel Spaß im London West End. Enjoy the evening, have a lot of fun and amuse yourself.

 

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Die Fassade des Kaufhauses Fortnum & Mason. Immer zur vollen Stunde öffnen sich die Türen neben der Uhr und zwei Herren treten heraus. Es sollen die beiden Gründer sein, die “vor der Tür” nach dem rechten sehen.

 

 

The boss himself says:

George says: “I learned the dress code from my mother. She told me, ‘put on a proper suit, do up your tie and sing the national anthem’ and so I still do when we discover Clubland by night. 

Ich sage: “Schuluniformen mögen auf den ersten Blick veraltet sein, aber es ist von lebenslangen Vorteil, wenn man sich stilsicher zu kleiden weiß. Und vor allem, sich darin auch gut bewegt! Ich habe da noch immer Defizite, aber es wird so langsam. – Die Nationalhymne??? Das ist jetzt eine Redewendung, oder?

 

Was passierte noch am 20. Mai?

de 1873

Der Stoffhändler Levi Strauss (Oberfranke!) lässt genietete Hosen aus Denim-Stoff

patentieren, die Jeans. – Das sind die Erfindungen, die einem zum Millionär machen:

Nietenhosen oder Schottische Eier. Mal grübeln, ob mir nicht auch was einfällt.

uk 1970

Der Musikfilm Let It Be mit der britischen Band The Beatles hat in GB seine

Welturaufführung. – Das war das Lied mit ‘Mother Mary comes to me, speaking

words of wisdom, let it be, yeah let it be-eeee.’