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In der Isle of Dogs gibt es ein neues, ultra-schickes Haus: Den Crossrail Place.

Canary Wharf in the Isle of Dogs (nicht “auf”, wie ich gerade lernte), ist das Londoner Pendant zur Hamburger Hafencity. Es ist das neue Bankenviertel mit den architektonisch sehr beeindruckenden Hochhäusern. Daneben ist es auch ein ultra-schickes Wohnquartier für reiche, junge Londoner. Wenn die Banker nach dem Brexit umziehen, wird hier viel Platz frei werden. Ich drücke aber fest die Daumen, dass es nicht passiert. Wer hier ein Loft hat, hat es geschafft.

Heißt es der oder das Loft? Und warum überhaupt? ‘To loft’ heißt ‘in die Luft schlagen’. Macht das Sinn? Egal, unter 1,5 Mio € braucht man gar nicht erst mit dem Suchen anfangen und diese “Schnäppchen” bestehen dann aus einem einzigen Zimmer. Die ganze Wohnung wohl nicht viel größer als 35 qm sein. Da ist die Designer Couch gleichzeitig Bett für das junge Pärchen. Die Küche besteht im Wesentlichen aus einer Mikrowelle im Wandschrank und auf den Balkon kann man nur einzelnd gehen. Mehr Platz hat er nicht, dafür einen sensationellen Blick über Themse und Westminster. Ja, alles ganz schick, aber ich habe es lieber geräumig. Nun gut, ich bin der Zielgruppe auch längst entwachsen. Also, kein weiterer Kommentar von mir. 

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Im alten North Dock ist ein Ufo gelandet. Es ist das supermoderne Büro- und Geschäftshaus Crossrail Place. Oben drauf ein öffentlicher Rooftop Garden.

Ein Besuch auf der Isle of Dogs gehört zum Pflichtprogramm jedes Londonbesuchers. Es finden sich Fotomotive en masse. Auch und gerade bei einsetzender Dunkelheit. Jetzt gibt es eine weitere Attraktion, die anlockt. Gleich im Norden der Insel,  also am alten West India Quay, wurde kräftig gebaut. Seit Sommer 2015 ist es fertig, der Crossrail Place. Ein supermodernes Gebäude, das wie ein riesige Zigarre im Wasser liegt. Das  Bassin ist das North Dock, das sich tatsächlich einmal quer durch die Insel zieht und sie komplett vom Stadtteil Poplar abschneidet.

Das Gebäude beherbergt Büros, Restaurants und Cafés. Ein Kino ist im Erdgeschoss und ein Fitneßclub bietet den gestressten Jungmanagern abends die nötige Bewegung. Gyms, wie die Sportstätten kurz genannt werden, finden sich überall. Oft bezahlen die Firmen den Eintritt für ihre Mitarbeiter. Ja, sie kontrollieren sogar, ob man regelmäßig dort war. Um genug Stempel auf die Karte zu bekommen, verbindet der Londoner das Notwendige mit dem Angenehmen. Er marschiert nach Feierabend in den Health Club und duscht dort ausgiebig. Dann geht es nach Hause. Das spart Wasser und ist oft komfortabler als das private Badezimmer ausgestattet. Dort ist man froh, wenn überhaupt eine Dusche vorhanden ist. Bin gespannt, wie man es in den Lofts gelöst hat. Vielleicht ist das Bad auch im Einbauschrank untergebracht?

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Die Skyline des Bankenviertels in Canary Wharf, Isle of Dogs, London.

Wenn Sie auf der Hundeinsel sind, dann besuchen Sie unbedingt auch den Dachgarten auf dem Crossrail Place, denn der ist öffentlich zugänglich. Ein sehr schöner Platz um eine Pause einzulegen oder in den Sonnenuntergang zu träumen. In zwei Jahren wird die Sache noch bequemer, denn dann eröffnet die Elizabeth Line, die hier einen Bahnhof erhalten wird. Er liegt unter dem futuristischen Gebäude, also irgendwo tief im Wasser. Vermutlich ist die Station längst fertig, schließlich ist sie das Fundament für den Crossrail Place, aber die Elizabeth Line ist erst zur Hälfte fertig. Sie wird ab 2018/19 die Pendler aus dem Westen bzw. Osten der Stadt abholen und hier zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Noch muß man mit der Jubilee Line fahren und an der Station Canary Wharf aussteigen. Die ist übrigens auch unbedingt einen, eher zwei Blicke, wert. Sie ist stark frequentiert und entsprechend groß gebaut. Der bekannte Architekt Norman Foster hat die Station entworfen, genau wie auch den Crossrail Place. Irgendwie ist das schon aus einem Guß, da hat jemand seinen Grundgedanken weiterentwickelt. Die neue Underground Station, wurde wie die bereits eröffnete Canary Wharf Station, in ein ehemaliges Hafenbecken gebaut. Man hat das Wasser abgepumpt, eine Barriere gebaut und schon war die Baugrube fertig. Ganz schön clever. Eigentlich ist der Ort so aufregend, dass er eigenen Blogbeitrag wert ist.

Also beim nächsten Londonbesuch unbedingt die Docklands besuchen. Mal von ganz nahe an den Skyscrapers hochpeilen, die alten Hafenbecken entdecken, soweit das noch möglich ist, und schließlich im Roof Garden des Crossrail Places landen und alles noch einmal von oben betrachten. Viel Spaß.

 

The boss himself says:

George says: “‘And open you eyes. With a little luck you can spot dolphins, whales, seals and porpoises swimming in the Thames. In the last years there were thousands spottet and that’s good news for the London river.”

Ich sage: “Das ist wirklich wahr. Also die Robben liegen nun nicht gerade zuhauf auf der Isle of Dogs, eher etwas weiter flußabwärts, aber der eine oder andere Delfin oder auch Schweinswal (porpoise) taucht hier tatsächlich auf.

 

zsl
Diese Karte wurde von Thames Marine Mammal Survey ins Web gestellt. Sie zeigt die Sichtungen von Robben, Delfinen und Walen rund um die Isle of Dogs. Es sind nur die bestätigten Tiere des letzen Jahres eingezeichnet! Ganz schön irre, oder?

 

Was passierte noch am 22. Juli?

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1929: Das Turbinenschiff Bremen des Norddeutschen Lloyd gewinnt auf seiner Jungfernfahrtdas Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung, das zuvor zwanzig Jahre lang die britische Mauretania innegehabt hat. Noch vor der Ankunft startet das Postflugzeug  Heinkel HE 12 mit Hilfe eines Katapults vom Schiff aus, um die Post frühzeitig nach New York zu liefern. – Das nenne ich Luftpost – Service.

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1986: In Großbritannien wird die Prügelstrafe an Schulen verboten. – Mein lieber Schwan; wir waren aber auch nicht viel besser. Mein Deutschlehrer auf dem Gymnasium warf noch mit seinem Schlüsselbund nach unseren Köpfen. Wahrscheinlich war’s legal?