114. Tag, Rest: 252 Tage

Ich glaube wenn das eigene Gesicht auf einer handelsüblichen Briefmarke abgebildet ist, dann hat man es geschafft. Auf den brititschen Marken ist immer die Queen zu sehen. Seit wann? Vermutlich seit immer; also seit sie Königin ist. Daneben gibt es auch Sondermarken, aber auch die zeigen oft die Royals. Ein “normaler” Brief kostet 45p auf der Insel, soll er nach Deutschland (oder EU) verschickt werden, dann muß man eine 55p Marke drauf kleben. Das entspricht 70 Cent, genau demselben Betrag, den die deutsche Post von ihren Kunden verlangt. 

 

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Einige Sondermarken wurden zum 90. Geburtstag der Queen gedruckt. Sie zeigen wichtige Stationen ihres Lebens.

 

In diesen Tagen wurden neue reguläre Marken auf den Markt gebracht. Sie zeigen gleich vier (potentielle) Monarchen, nämlich die Queen, ihren Sohn Prinz Charles, den Enkel Prinz William und den Urenkel Prinz George. Die vier mussten als Gruppenbild fotografiert werden, denn die Einzelmarken sollen auch als Block verkauft werden. Eine Herausforderung für den Fotografen. Er, Ranald Mackechnie, brauchte Wochen um sich auf das Shooting vorzubreiten. Es fand im Buckingham Palast statt. Nebeneinander sitzend sollte die Gruppe fotografiert werden, aber der Abstand zwischen ihnen mußte auf den Zentimeter genau stimmen, damit man später den Briefmarkenrand problemlos einfügen kann. Ein knifflige Aufgabe für den Fotografen. Ohne eine Maske, die er im Sucher sehen konnte, wäre es unmöglich zu machen. Also baute er sich eine solche Schablone und mit etwas Glück, sollte das Bild damit gelingen.

 

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Wie kriegt man die Königin mit den drei Thronfolger auf eine Augenhöhe? Eine dicker Schaumstoffwürfel war die Lösung. Prinz George hatte seinen Spaß.

 

Allerdings war vorher noch ein Problem zu lösen: Thronfolger George ist einfach noch zu klein um auf Augenhöhe mit den Verwandten sitzen zu können. Ranald, der Fotograf, ging die Sache praktisch an und brachte einen Hocker mit. Den hatte er selbst gebaut, standfest, rutschsicher und mit großer Fläche, so dass der kleine Prinz keine Angst haben mußte. Vorsichtshalber hatte Ranald sogar noch einen zweiten Hocker mitgebracht, denn wäre George zwischenzeitlich auch nur um einen Zentimeter gewachsen, -was bei Zweijährigen über Nacht passieren kann-, dann wäre das Projekt gescheitert. Aber alles lief perfekt, der Junge hatte noch immer die Größe, die er bei der Vermessung hatte, und er hatte beste Laune. Was nicht immer der Fall ist, wie sein Vater berichten kann. Nicht selten reagiert der Junge mit Trotz auf die Fotografen. Diesmal war es anders: “He was absolutely charming“.

Die Sache mit dem Podest gefiel ihm sehr; he enjoyed the day. Der Fotograf war eher angespannt, also noch einmal tief einatmen und dann losknipsen. Und was passiert? Der Computer, der unverzichtbar ist um die exakte Bildposition einzuhalten, gibt den Geist auf, sobald alle bereit waren. Ach du meine Güte! Es war das erste Mal, dass Ranald bei den Royals arbeiten durfte. Da hat er dann verständlicherweise Blut und Wasser geschwitzt. Später erzählte er in der Zeitung: “When the Royal family came into the room and sat down, my computer system crashed, then Prince Charles was very sympathetic, and saved my blushes, and fortunately I had back-up so we were back up and running in about a minute.” Nach nur rund 100 Aufnahmen war das perfekte Bild im Kasten. Ich finde es sehr gelungen und irgendwie ist der kleine Prinz mal wieder der Größte. Schon jetzt hat er das nötige Rüstzeug um die Herzen der Menschen zu erobern: Ein unwiderstehliches Lachen. Sehr britisch.

 

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Das Ergebnis ist gelungen. Vier neue Briefmarken sind ab sofort im Handel, für Sammler können sie auch als Block gekauft werden.

 

 

The boss himself says:

George says: “Imagine a world without web, mails and skype. How would we keep in close contact?” 

Und ich: “Na, dann müsste man eben schreiben. So ein handgeschriebener Brief ist eine schöne Übung, man muß sich ganz auf das Thema / den Empfänger konzentrieren. Und im Falle eines Liebesbriefes ist es doch eigentlich ganz einfach. Statt vieler Säzte reichen drei Worte: I love you.

 

  

Was passierte noch am 23. April?

de 1834

Der Baptist Barnas Sears taufte in der Hamburger Elbe Johann Oncken und weitere

sechs Menschen, die daraufhin die erste deutsche Baptistengemeinde gründeten. – 

Erstaunlich, dass sie es überlebten. Die Cholera kam erst 60 Jahre später nach HH.

uk 1927

Cardiff City (Wales) defeat Arsenal in the FA Cup Final, the only time it has been won

by a team not based in England. – Das hat nachhaltig Eindruck gemacht. Es ist noch 

heute mittenmang der Weltereignisse zu finden.