329. Tag, Rest: 37 Tage 

Ja, was macht man denn, wenn es mal pressiert? Wenn man in der Warteschlange am Buckingham Palace steht und keinen Millimeter vorankommt? Wenn man nicht weiß, ob es noch Stunden dauert, bis man endlich am Einlass ankommt. Trippelt man dann nervös von einem Fuß auf den anderen? Und hilft das wirklich?

Auch wenn man es zeitlich gerade alles nicht genau abschätzen kann, ist eines doch ganz klar; die Sache geht in die Hose. Übrigens bleiben Sie ganz ruhig, falls sie in der Queue vor dem Palast stehen sollten. Hoffentlich mit bereits vorher besorgten Eintrittskarten, sonst wird es nie klappen. Aber die elendig lange Schlange löst sich plötzlich ganz von alleine auf. Erst kommt ein wenig Bewegung in die Spitzengruppe und dann flutscht es auf einmal und schon sind alle drinnen.

 

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Hier darf ‘Mann’.

 

Also was tut man in einer fremden, oder von mir aus auch bekannten Stadt, wenn man plötzlich zur Toilette gehen muß? Klar, man sucht sich eine Gelegenheit und fragt höflich um Benutzung. Aber das kann man wohl kaum im Buckingham Palace machen. Ich meine selbst wenn sich die Gelegenheit bieten sollte, wird man doch wohl nicht sagen: “Excuse me Ma’am, where’s the bathroom?”  Nein, man muß sich eine öffentliche Toilette suchen. Hilft ja alles nix. Für George würde da nur der nächste Pub infrage kommen und so oder ähnlich hat er wohl auch so gut wie alle Bars in London wenigstens schon einmal besucht. Wobei ich ihn nicht als blasenschwach hinstellen möchte, da halten wir beide noch gut durch. Aber als Ausrede für ein frisches Bier taugt ihm die menschliche Schwäche jederzeit.  Bin ich alleine unterwegs dann versuche ich es im nächsten Coffee Shop, Kaufhaus oder einem der vielen Museen. 

 

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Wo ist die nächste öffentlich Toilette am Buckingham Palace? Gar nicht weit weg, im St James’s Park Playground. Aber Achtung, die ist nur für Kinder geeignet.

 

Ein leidiges Thema, die drückende Blase, die einen ganzen Ausflug ruinieren kann. Damit Ihnen das in London nicht passiert, gebe ich Ihnen heute einen unbezahlbaren Tipp. Laden Sie sich die App ‘The Great British Toilet Map’ auf’s Smartphone. Alternativ geht es auch gut mit ‘iLoo’. Damit lässt sich London ganz entspannt erkunden. Sollten Sie ein Toilette benötigen, geben Sie einfach den Ort in das Suchfeld ein und bekommen augenblicklich alles öffentlichen Klos im Umkreis von drei Kilometern angezeit. Dazu eine detaillierte Beschreibung jedes einzelnen Örtchens. Da erfahren Sie, ob es vielleicht nur für Kinder benutzbar ist, ob man dort einen Wickeltisch findet und ob die Benutzung Geld kostet. Ganz wichtig sind auch die Öffnungszeiten und die Bewertung. Gut wenn dort fünf von fünf Sternen angekreuzt sind. 

 

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Öffentliche Toiletten rund um Westminster. Es gibt mehr Möglichkeiten, als man ahnt. Die kleine App verrät die Orte und Öffnungszeiten.

 

Übrigens lässt sich die Map auch als Strassenplan bestens nutzen. Sehr detailreich, alle wichtigen Gebäude sind beschriftet und alle wichtigen Infos für den Touristen sind eingetragen.

 

Feedback:

Ich freue mich ja immer, wenn ich eine Mail bekomme. Diesmal hat sich eine Leserin gemeldet und erzählt, dass sie in Glasgow ein lustige Schild entdeckte. Man braucht keine Sprachkenntnisse um den Sinn zu erfassen. Wie so oft auf der Insel, wird die Botschaft mit viel Witz transportiert. Herzlichen Dank für das Foto, ich habe mich sehr amüsiert.

 

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The boss himself says:

 

George says: “They are a human right and they are valuable to everyday life. 

Ich sage: “Bitte? Ich spreche hier von öffentlichen Toilette.” “I do too. If more toilets close down I will use alleyways, railway tracks and house corners.” “Nix da, du hältst durch bis zum eigenen Bad oder trinkst weniger Bier im Pub.” “What shall I do if I suddenly get the urge to relieve myself?”

 

Da hätte ich dann doch noch einen Tipp. Die meisten Underground Stations bieten öffentliche Toiletten an. Auch diese lassen sich von einer eigenen App anzeigen oder man schaut auf dieser Karte nach. Wenn Sie mit der Maus auf das Bild klicken, öffnet sich die ganze Map (PDF) in einem neuen Browserfenster:

 

 

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Was passierte noch am 24. November?

 

de 1969

Gustav Heinemann besucht als erster deutscher Bundespräsident die Niederlande.

Das durch die deutsche Besetzung im 2. WK belastete Verhältnis entkrampft sich. –

Es dauert doch sehr lange, bis man vergisst, überwindet, sich versöhnt. Aber 

wundern soll es niemanden, das war sicher keine Überraschung.

uk

2002

Ein Fledermausbiss verursacht den ersten Tollwutfall bei einem Menschen in 

Großbritannien seit 100 Jahren. – Wußten Sie, dass die roten Eichhörnchen

aktuell von der Lepra befallen sind? Sie werden immer seltener, weil sie an der

Seuche sterben. Sie ist übrigens auf Menschen übertragbar, also vorsichtig sein.