26. Tag, Rest: 340 Tage

Wie geht es eigentlich Major Tim? Erinnern Sie sich noch an seinen Namen? Er war kurz vor Weihnachten ins Weltall gestartet und wohnt seitdem in der Raumstation ISS. Letzte Woche hatte er ‘Aussendienst’. Ein gebrochenes Solarpanel mußte repariert werden. Guter Witz, Engländer und Solartechnik waren bisher nicht kompatibel. Nun ist die Station aber internationaler Arbeits- und Wohnraum und da ist man energietechnisch schon etwas weiter. Wäre es eine rein englische Raumbasis, hätte man bestimmt ernsthaft erwägt, ein gaaaaaaanz langes Verlägerungskabel hochzuschießen, um sich ins heimische Energienetz einzustöpseln.

Zurück zur Realität. Um endlich wieder volle Energie zu haben, sollten drei Mann die aufwendige Reparatur wagen. Man zwängte sich in die klobigen Raumanzüge und wenn dann alles sitzt, sollten sie warm und hunderprozentig luftdicht sein. Schließlich stiefelten sie los. Mit Union Jack am Oberarm war Major Tim immer leicht auszumachen.

 

Das erste Mal, dass ein Engländer sich frei im Weltraum bewegt.

 

Alles verlief wie geplant und war tausend Mal geübt. Aber dann wurde es doch noch dramatisch. Nach einigen Stunden im All, die Reparatur war nicht ganz einfach, spürte Major Tim auf einmal Kälte im Nacken. Erst ignorierte er es, als er dann aber deutlich Nässe fühlte, musste er reagieren. Ein Alptraum begann. Langsam aber stetig, füllte sich sein Helm mit Wasser! Er meldete es den Kollegen an Bord, die seinen Ausflug sofort abbrachen. Nun kann man sich aber in dem sperrigen Schutzanzug nicht so schnell bewegen und deshalb dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis er wieder im Inneren der Station ankam. Tatsächlich hatte sich sein Helm mit Wasser gefüllt; es stand ihm inzwischen bis zu den Ohren! Vermutlich ein Leck des eingebauten Kühlsystems, denn im direkten Sonnenlicht kann es heiß werden und deshalb fließt kaltes Wasser durch das Schutzgewebe. Natürlich sind die Astronauten auf solche Situationen mental vorbereitet. So schnell geraten sie nicht in Panik, aber wenn man in einem Weltraumanzug steckt, der einen vor den lebensfeindlichen Bedingungen im All schützen soll, und der dann selbst zur Falle wird, dann geht das an die Nerven. 

Es ist gut gegangen. Gott sei Dank. Die Reparatur wurde erfolgreich von den Kollegen beendet. Major Tim bekam ein Handtuch gereicht und durfte erst einmal extra Freizeit genießen. Vielleicht hat er sich in der Veggie Abteilung entspannt. Denn dort ist eine Zinnie erblüht. Die erste erblühte Pflanze im Weltall, natürlich unter der Pflege eines Engländers. Die Setzlinge waren schon von der Vorgängercrew angepflanzt worden, aber erst jetzt war es gelungen, dass eine Blüte sich in der Schwerelosigkeit voll entfaltete. Und was für eine Schöne. Offiziell hieß es: “A few weeks in Major Peake’s care seems to have helped them to perk up. The plants are grown on special pillows, and Major Peake has been varying the amounts of water to see how it affected growth. Whatever he has changed, it appears to have done the trick.” Und dann folgte noch der Hinweis: “While not all crew members may enjoy taking care of plants, for many, having this option is beneficial.” Das war klar, dass der Engländer die Aufgabe mit Begeisterung übernahm. Nach dem Erfolg sind jetzt Tomaten geplant. Wetten das Major Tim die im Handgepäck hatte. Gute Ernte.

 

space-station
Die erste Blume im Weltall. Eine Zinnie umkreist uns in der Space Station.

 

 

The boss himself says:

George: “To be quite honest, however, I think we are not natural-born craftsmen. Crazy to grab a screwdriver and walk outside. No surprise that things went wrong. 

Und ich: “Wie lange müssen eigentlich die Pflanzkästen noch auf den Fensterbänken stehen? Ich würde ganz gerne mal mal wieder lüften.

 

 

Was passierte noch am 26. Januar?

de 1977

Die erste Ausgabe der feministischen Zeitschrift EMMA von Alice Schwarzer erscheint.

uk 2015

Libby Lane becomes the first woman ordained a bishop of the Church of England.