300. Tag, Rest: 66 Tage 

Engländer sind entscheidungsfreudig. Sie gucken sich eine Sache an, findet sie gut und legen los. Ein geschmeidiger Ablauf, der weitestgehend in der Bauchregion stattfindet. Das Hirn wird sehr viel später eingeschaltet; meist erst wenn die Fakten längst zementiert sind. Vielleicht ist das gar nicht so dumm? Mag sein, dass da manche Fehlentscheidung getroffen wird, aber man kommt immerhin zu Ergebnissen. Und die sind oft innovativ, mutig und um wenigstens eine Nasenlänge vorn.

 

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They are always one step ahead – die Londoner planen mal wieder etwas ganz Großes. Statt zu jammern, werden widrige Umstände oft als Startschuß für eine neue Chance begriffen und dann auch realisiert.

 

Mich überraschte beispielsweise wie schnell man eine verblüffend einfache und doch geniale Lösung für den neu zu schaffenden Parlamentssaal gefunden hatte. Sie erinnern sich? Der Westminster Palace muß während der geplanten Totalrenovierung komplett geräumt werden. Für fünf bis max. acht Jahre müssen sich die Peers und MPs neue Räume für die täglichen Debatten suchen. Wo aber bringt man ein ‘House of Lords’ provisorisch unter? Da schwingt inhaltlich ganz viel Tradition mit und die braucht einen angemessenen Rahmen. 

Nun wird das heutige Londoner Stadtbild auch dadurch geprägt, dass man es immer wieder wagt hochmoderne Architektur nahtlos neben Prachtbauten aus dem Mittelalter zu stellen. Und zwar optisch und ästhetisch sehr erfolgreich. Und genau diesen Plan wird man auch beim neu zu schaffenden Parlamentsgebäude verfolgen. Man plant ein riesiges Floß auf der Themse fest zu verankern. Darauf eine markante Glaskuppel, unter der dann beide Kammern tagen können. Links werden die roten Lederpolster der Lords durch das Glas schimmern und rechts (am Big Ben) die grünen Bänke der MPs. Eine fantastische Idee, die mir verdammt gut gefällt.

 

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Das ‘Project Poseidon’ nimmt konkrete Formen an. Was für eine Idee, ein floating parliament vor der Westminster Bridge.

 

Das sind übrigens keine Phantasiespiele. Zwar fehlt noch die verbindliche Entscheidung, die das nötige Geld bewilligen wird, aber ein Architektenteam arbeitet bereits mit Hochdruck an den Bauplänen. Und noch etwas war in Windeseile beschlossene Sache. Das Parlamentsfloß bleibt auch nach dem Umbau des Westminster Palace vor dem weltberühmten Parlamentsgebäude liegen. Prima, ein gigantisches Floß gleich neben dem Riesenrad. Mich begeistert der Plan und ich kann den Londonern zu ihrer Entscheidungsfreude nur gratulieren.  

  

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So könnte das britische Parlament während der Umbauphase tagen. Sicher kein Provisorium, sondern gelungene Symbiose von traditionellen Werten und HighTech.

 

 

The boss himself says:

 

George says: “Don’t forget the main reason for choosing a house-boat: People will be able to continue taking selfies in front of Parliament.

Ich sage: “Ach ich hoffe einfach nur das noch erleben zu dürfen”. “I’ve no doubt. But I’m unsure, if the premier-captain will be Theresa May.”

  

Was passierte noch am 26. Oktober?

 

de 1965

Die Beatles werden von Königin Elisabeth II. im Londoner Buckingham Palace mit

dem Orden Member of the British Empire ausgezeichnet. – Weil wir Hamburger ein

besonderes Verhältnis zu den Jungs haben, darf das ruhig unter der Rubrik ‘DE’

auftauchen. Lennon gibt den Orden später aus Protest zurück.

uk

 

1959

Ex-Snooker-Weltmeister Joe Davis stellt die von ihm erfundene Billardvariante 

Snooker Plus vor, die sich jedoch nicht gegen die althergebrachte Version 

durchsetzen kann. – Perfektes lässt sich nicht weiter verbessern. Oft ist das

Geniale ganz einfach konzipiert, bietet aber unendliche viele Möglichkeiten.