29. Tag, Rest: 337 Tage

Mögen Sie Kartenspiele? Nein, kein Skat oder Bridge? Aber bestimmt haben Sie schon einmal Solitaire probiert? Ja, ich meine das Kartenspiel, das schon immer zur Windows Grundausstattung gehörte und brave Büromenschen in der Mittagspause zum Spielen verführte. Später kamen die Chefs dahinter, was ihre Leute so intensiv arbeiten ließ und prompt wurde das Gamecenter in der Programmauswahl deaktivert. Buuuh, gemein.

Solitär ist ein Dinosaurier unter den PC Spielen und hat im Gegensatz zum PacMan überlebt. Jetzt ist eine ganz neue Variante erschienen, die es wirklich in sich hat. Eine fiendishly hard version, wie George mir verspricht. Weil ich ganz gut in solchen Games bin, nehme ich die Herausforderung an. Einige Stunden später (!) bin ich am Verzweifeln. Das Kartendeck ist kaum abzuräumen und trotzdem ist die Sache enorm spannend. Ich verliere Runde für Runde aber merkwürdigerweise weder Geduld noch Laune. Also ich habe Sie gewarnt, das Ding macht süchtig.

solitaire
Ich mag Solitaire und muß zugeben das hier ist das Beste. Vorsicht Suchtgefahr, da sind schon mal ganz schnell ein paar Stunden futsch.

Zum Glück geht die Batterie des Tablets so langsam in die Knie, sonst hätte ich wohl nie ein Ende gefunden. George war zwischenzeitlich mit dem Auto unterwegs, hat mit seinen Nachbarn geplaudert und auf dem Rückweg eingekauft. Ich habe ausser Kartenspielen nix gemacht. Das ist mir wirklich schon lange nicht mehr passiert. Ausgerechnet der ehemalige US Verteidigungsminister Donald Rumsfeld soll die Wiederentdeckung dieser Variante angeregt haben. Ich kann es nicht ändern, fürchte aber, nachdem ich es nun weiß, mir jetzt jede Menge Spy-Ware installiert zu haben. Vermutlich Blödsinn, wenn auch naheliegend. Kein Geringerer als Sir Winston Churchill soll diese Variante des bekannten Kartenspiels besonders geliebt haben. Er nutzte sie als Konzentrationstraining. Neuronaler Klimmzug für die Nerven. Da bin ich also in bester Gesellschaft.

Es wird mit zwei Kartendecks gespielt, deshalb gibt es auch satte acht, statt vier, Ablagestapel. Die aufgedeckten Reihen sind gleich auf zehn erweitert worden. Aber richtig gemein sind die Devil’s Six, sechs aufgedeckte Karten, die man nicht auf dem Brett parken kann, sondern sofort richtig einsortieren muß. Wenn man es versäumt, hat man eigentlich schon verloren. 

Im Hintergrund gibt es nette Geschichten um und mit Churchill. Man lernt eine Menge über den wohl wichtigsten britischen Politiker des letzten Jahrhunderts. Hübsch und lehrreich. Das Spiel kann kostenlos ausprobiert werden, inklusive 10 Hinweisen. Die braucht man, wenn man nicht weiter weiß und das passiert schnell. Man kann sich neue nachkaufen oder gleich die App freischalten lassen. Mit 5 Euro ist man dabei. Kassieren tut tatsächlich Rumsfeld, aber er hat hoch und heilig versprochen alles Geld an wohltätige Stiftungen weiterzuleiten. Wer es ausprobieren will, findet das Spiel im App Store: Churchill Solitaire.

Und das ich für den US Ex-Minister mal Reklame machen würde, hätte ich bis gestern auch nicht für möglich gehalten. Never say never!

devils
The Devil’s Six – teuflisch schwer. Man muß hellwach sein.

 

The boss himself says:

George: “If you get really good at the game, you’ll probably win one in every four times. That’s about the win rate among the best players I’ve seen.”

Und ich: “Solange du in Hamburg bist, wüßte ich ein anderes Spiel, das auch viel Spaß macht. Aber nächste Woche bin ich dann dabei: Fernduell im Internet.

 

Was passierte noch am 29. Januar?

de 1954 Der britische Außenminister Anthony Eden unterbreitet auf einer alliierten

Außenministerkonferenz den Eden-Plan zur Wiedervereinigung Deutschlands.

uk 1963 Die Verhandlungen mit Großbritannien über einen Beitritt zur EWG

scheitern am Veto des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle.