273. Tag, Rest: 93 Tage 

Jetzt ist es passiert. Wir haben ein ernstes Partnerschaftsproblem und keine Lösung weit und breit. Sorry, aber heute muß ich mich mal bei Ihnen ausweinen. Eigentlich soll dieser Blog ja den small-talk Regeln folgen und Freude verbreiten, nur diesmal wird mir das schwer gelingen. Das Problem ist einfach zu, wie soll ich sagen, “unübersehbar”, a real elephant in the room, und ich frage mich: Ist jetzt alles aus? Immerhin wir haben es schriftlich attestiert bekommen: “A lively sex life is good for older women … but not for men!” – So, und was nun?

 

last-tango
Die Stars der TV-Serie ‘Last Tango in Halifax’. Hier ging es um die Liebe im Alter. Ein Thema das den Engländern nicht peinlich ist. Sie sprechen sehr offen und sehr kenntnisreich über das Thema Sex. – Hoffentlich wird die Serie auch im Deutschen TV gezeigt. Ich kann sie empfehlen, sie ist sehr britisch, sehr lustig, sehr lebensnah.

 

Diese für uns fatale Botschaft stand nicht in einem der Murdock Revolverblätter, nein, sie wurde auf die Hochglanzseiten einer medizinischen Fachzeitschrift gedruckt. Und weil so ein Exemplar schon in der Herstellung teuer ist, muß der Inhalt um so wahrer sein. “Frequent sex reduced the risk of heart problems for woman in later life,” freute ich mich zu lesen. Statt Pillen einfach regelmäßig Sex praktizieren. Die Therapie gefällt mir. Aber dann folgte der Donnerschlag: “Men in same age group who had sex once a week doubled their heart risk.” Wer es noch bunter trieb, war mit einem Fuß schon im Grab. Bildlich gesprochen. Ist das Vergnügen den Preis wirklich wert? Die Frage stellte sich uns und wollte eine Antwort haben.

 

feet
Aufmerksame Blogleser wissen sofort, dass das hier kein englisches Liebespaar ist. Es fehlt nämlich etwas wichtiges. Genau; die Pfoten von Barney.

 

Wie kann es sein, das “frequent and satisfying sex” die Gesundheit der Damen verbessert, und zwar signifikant, hingegen die Männer kurz über lang auf die Intensivstation bringt? Und welche Alternativen schlagen die Mediziner denn nun vor? Natürlich keine, die darf man sich selbst zwischen den Zeilen herbeilesen. Egal wie man es dreht und wendet, oder in Englisch, damit auch George es versteht: “no matter how you look at it, drinking and driving is a deadly combination”, mir fällt nur eine Strategie ein und die sieht grob skizziert so aus: George geht ab sofort früh schlafen, am besten im spare room, wie man das Gästezimmer nennt, und ich lade mir zu später Stunde den noch jugendlichen Hausfreund ein. Mit etwas Glück werden wir dann beide steinalt mit einer picobello rund laufenden Pumpe in der Brust. Aber wird die dann nicht einen gewaltigen Knacks haben? Einen der so tief geht, dass die EKG Nadel den Strich gar nicht mehr auf die Papierrolle zeichnen kann? 

Auch beim zweiten Lesen des langen Artikels komme ich mit dem Widerspruch nicht klar. Gerade freue ich mich über die Aussage: “For women, we have good news. Good sexual quality may protect older women cardiovascular risk in later life.” Und dann folgt das Ergebnis für Männer: “Strikingly, we find that having sex once a week or more puts older men at a risk for experiencing cardiovascular events that is almost two times greater than older men who are sexually inactive.” Rumms. So was nennt man dann wohl ein Dilemma. Wie kommen wir denn nun aus dieser Zwickmühle heraus? Ich bin ratlos und suche eine Antwort bei George. Der hat schließlich Medizin studiert und vielleicht hat er doch noch eine Idee, wie wir beide ohne Herzinfarkt durch die Nacht kommen können. Und was soll ich Ihnen sagen, der alte Fuchs hatte tatsächlich einen Einfall: “The risks have not been caused by having sex once a week or more. They have been caused by the use of Viagra and other sexual stimulants among older men.”  Na klar! That’s it. Mir leuchtet das sofort ein, irgendwie ganz logisch, oder? 

 

watermelone
Kleiner Tipp: Die Wassermelone ist ein starkes Aphrodisiakum. Die schmeckt an heißen Sommertagen immer und ist viel saftiger als eine bittere Pille.

 

Ach bin ich froh mit Ihnen über das Problem gesprochen zu haben. Danke, dass Sie mir zuhörten. Jetzt ist mir schon viel wohler. Aber bevor wir zu Bett gehen, muß ich noch einmal nachsehen, ob da irgendwelche blauen Pillen im Nachttisch liegen. Dann ist aber was los, denn die Dinger kommen mir auch nicht ins Haus. Da bin ich ganz konservativ und vertraue der Natur. 

 

viagra
Für mich keine Lösung. Ich mag weder künstlich vergrößerte Brüste noch medikamentös erregte Männer. Es gibt andere Wege.

 

 

  

 

 

The boss himself says:

George says: “First and foremost in love is steadiness. It’s easy to let your sex life drift, but bringing up the subject is difficult.

Ich sage mal lieber gar nichts.

 

 

Was passierte noch am 29. September?

 

de 1758

Mal wieder ein Tag an dem Deutsche nur irgendwelche Schlachten in den

Weltkriegen gewonnen oder verloren haben. Aber immerhin ein Geburtstag

ist erwähnenswert, allerdings ein britischer: Admiral Horatio Nelson kam in

Norfolk zur Welt.

uk 2007

Die vier Kühltürme des ersten britischen Kernkraftwerks Calder Hall werden

kontrolliert gesprengt. Die atomare Anlage zur kommerziellen Stromerzeugung

selbst ist seit 2003 außer Betrieb genommen. – Hoffentlich haben sie daran

gedacht die Brennstäbe vor der Explosion in Sicherheit zu bringen. Der Brite

ist mehr der Generalist, auf Details achtet er nicht so genau.