247. Tag, Rest: 119 Tage 

Die Londoner Underground beförderte im Jahr 2002 rund 800 Millionen Passagiere. Dieses Jahr wird man wohl auf gut 1,3 Milliarden (!) Fahrgäste kommen. Die Hamburger Hochbahn zählt aktuell 435 Millionen Menschen pro Jahr, rechnet allerdings die Busbenutzer mit ein. Wie auch immer, der Londoner Nahverkehr ist stark frequentiert und die Zahlen werden in den nächsten Jahren noch rasant ansteigen.

 

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Die Bahnen sind morgens und abends gedrängt voll, jedenfalls in Zone 1, aber man kommt so noch immer am preisgünstigsten voran und den meisten Touristen wird sowieso kein Auto zur Verfügung stehen. Alternativ bleibt also nur der Linienbusse oder vielleicht die Themse Fähre. Sie fahren alle im Verkehrsverbund und können mit derselben Tageskarte benutzt werden.

Natürlich kann man sich auch überall in der Stadt ein Fahrrad mieten, aber der Verkehr ist nicht ohne. Mir ist es zumindest während der Woche zu gefährlich. Dafür kenne ich mich nicht gut genug in der City aus.

 

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Wer keine Oyster Card hat, benutzt seine Kreditkarte. An allen Stationen zahlt man bargeld- und kontaktlos.

 

In letzter Zeit ist es schon mal vorgekommen, dass Bahnhöfe in der Hauptverkehrszeit einfach geschlossen werden, weil sie überfüllt sind. Obwohl die Züge im 3-Minutentakt fahren, drängt mehr nach, als einsteigen kann. Viele Bahnsteige sind nicht besonders breit und dann passiert es, dass das der Andrang zu groß wird. Bevor da jemand auf das Gleis fällt, lässt man lieber am Eingang kurzfristig die Scherengitter runter.

 

 

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Am Bahnhof King’s Cross habe ich es erlebt. Man machte wegen Überfüllung dicht. Die Londoner bleiben trotzdem ruhig, auch wenn der Arbeitstag lang war.

 

Grundsätzlich ist es immer eine Überlegung wert, ob man nicht einfach von A nach B zu Fuß geht. Die Londoner sind leidenschaftliche Walker und die Damen haben dafür fast immer ein Paar Trainers an, die sie im Büro gegen Highheels tauschen. Aber wie weit ist es beispielsweise von Piccadilly Circus nach Covent Garden? Es liegt immerhin noch der Bahnhof Leicester Square dazwischen. Also wie weit muß man denn da laufen? Ich kann es Ihnen sagen, es sind genau 1.000 Schritte. Das ist wirklich nicht allzuviel. Immerhin sind es drei Stationen; da hätte ich mehr erwartet.

 

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Wenn es an der Zugangssperre so leer wie hier ist, -es ist der Bahnhof Westminster-, dann ist bestimmt gerade mal wieder ein Streik bei den Mitarbeitern im Gange. Das passiert leider ziemlich häufig.

 

Falls Sie glauben ich wäre neuerdings mit Schrittzähler in London unterwegs, liegen Sie schief. Nein, die Entfernung in dieser griffigen Einheit, kann man den neuesten Tube Maps entnehmen. Transport for London hat vor wenigen Tagen eine Streckenkarte veröffentlicht, die die Entfernungen zwischen den Bahnhöfen in Schrittanzahl zeigt. Prima Idee. 

 

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Wenn Sie sich diese Karte als PDF speichern oder ausdrucken möchten, dann besuchen Sie LfT. Die beschreiben den neuen Service so: 

‘Walking can be a quick and easy way to get around, particularly when travelling during the busiest times, which are 08:00-09:00 and 17:30-18:30 Monday to Friday. This map shows how many steps it takes to walk between stations on the same line.’

Bleibt nur noch eine Frage offen, wie groß bzw. weit ist ein ‘englischer Schritt’? Hat man Daddy Longleg losgeschickt oder wurden die Stationen von einer Frau abgetrippelt? Sind 400 Steps auf der Karte auch 400 Schritte von mir? Es hilft wohl nix, ich muß es doch einmal nachprüfen. Ich glaube ich werde dazu von Charing Cross zum Bahnhof Embankment gehen. Das sollen nur 300 Schritte sein, -siehe Karten-Ausschnitt oben-, sieht gefühlt aber viel länger aus. Ein gutes Beispiel für die NICHT maßstabsgerechte Darstellung der Tube Map. 

 

 

The boss himself says:

Die Ernte im eigenen Garten (allotment) läuft auf Hochtouren. Da türmt sich das Gemüse in der Küche. Vieles wird an Nachbarn verschenkt, aber natürlich gehört die eigene Ernte auch in den eigenen Kochtopf. Mir wäre der Aufwand des fast ganzjährigen Gärtnerns zu hoch, aber ich finde mehr und mehr Geschmack an der Sache. Und das im weitesten Sinn. Mir macht es Freude die Sachen zu verwerten. Heute aber ist George selbst aktiv, denn Broccoli ist nicht so ganz mein Favourit. Jack allerdings, der Junge aus der Nachbarschaft, nimmt bei dem Gemüse regelmäßig schreiend Reissaus. Das soll sich heute ändern. 

 

George says: “Do you think Jack will discover the broccoli?

Ich sage: “Ich fürchte ja. Der Bengel ist verdammt schlau. Aber wenn du Glück hast, merkt er es erst beim Schlucken. Meistens hat er einen Mordshunger, da wird nicht lange gekaut.” “Great. – Jack, the food is ready. Come here and woolve the pie down.”

 

 

broccoli
Ideen hat er! Kindergerechtes Gemüse aus eigener Ernte. Eine clevere Mogelpackung, denn bei Kuchen sagt Jack nie Nein.

 

 

Nachtrag:

Und dann finde ich doch noch die Umrechnung: ‘Approximate steps, based on a moderate walking speed of 100 steps per minute.’ Aha. Also einhundert Schritte pro Minute. Oder anders gesagt, dreihundert Schritte entsprechen dann drei Minuten Fußmarsch. Oder wenn wir es weiter umrechnen, dann sind es 1,6 Schritte pro Sekunde. Ist das nicht ziemlich schnell? Obwohl eigentlich doch nicht, oder? – Ach verdammt, theoretisch werde ich der Sache nie auf den Grund gehen können. Ich probiere es einfach demnächst aus. Meine Teststrecke habe ich ja schon definiert. “Stop thinking about and test the cake. Only one piece remainded. Do you want a try?” YEP!

 

 

 

Was passierte noch am 3. September?

de 1955

 

In Deutschland wird die erste selbstwählbare Telefonverbindung ins Ausland eingerichtet,

nämlich die Ortsverbindung Lörrach–Basel. – Unfassbar. Das ist ja noch zu meinen

Lebzeiten passiert! Heute zahlt man mit dem “Telefon” die Fahrkarte. Kontaktlos.

uk 1999

Ein Gerichtsurteil gibt Henry Paul, Vize-Sicherheitschef des Luxushotels Ritz, die

Hauptschuld am Tod von Prinzessin Diana. Die Ermittlungen zu ihrem Tod werden

eingestellt. – Spannend wie ein Krimi von Doyle. Ich hätte da noch Fragen, aber ich

halte lieber den Mund.