30. Tag, Rest: 336 Tage

Keine Stadt hatte im letzen Jahr mehr Besucher als Hong Kong. It’s is the world’s most popular city destination, mit fast 28 Millionen Touristen. Nun ja, ca. 7 Mio. Einwohner und etwa 1,4 Milliarden Landsleuten, wenn ich nur die Volksrepublik China in meiner Betrachtung berücksichtige. Da kommt einiges zusammen. Ein Reiseziel für uns? Neee, ganz sicher nicht. Ich bin kein Fan der Asiaten, weder die Küche noch die Kultur hat es mir angetan. George wäre nicht abgeneigt, schließlich hat er sich schon in jungen Jahren mit der chinesisches Kampfkunst und der dahinterstehenden Philosphie beschäftigt und ist ihr bis heute treu geblieben. Aber es reicht ihm völllig, einmal wöchentlich das Trainingscenter in East-Finchley zu besuchen; es muß nicht gleich Hong Kong sein. [Englische Schreibweise, wir bevorzugen Hongkong.]

huntington
George trainiert in der Huntington Road in East Finchley. Hinter der typisch englischen Wohnfassade wird Tai Chi praktiziert. Er hat den schwarzen Gürtel im Aikido, aber das ist nach 40 Jahren Training fast eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem würde ich ihn nicht herausfordern.

Wohin zieht es uns in diesem Sommer? Auf Anhieb fällt uns nichts ein, deshalb mal seh’n, welche Stadt auf dem zweiten Rang liegt? Ich hoffe auf Rio (ich an der Copacabana und George besucht die Olympischen Spiele, von mir aus auch das Cricket Stadion) oder Rom, Bella Italia! – da wollte ich schon immer hin. Aber ich liege mit beiden Wunschzielen weit daneben. Den zweiten Platz hat tatsächlich London gemacht! Das ist eine Überraschung, selbst für Fachleute. Die englische Metropole wurde von 17,4 Millionen Touristen im Jahr 2014 besucht. Da haben die mich noch gar nicht mitgezählt, denn ich kam erst in 2015 dazu.

London geht in Ordnung, da bin ich dabei. Koffer packen und los geht’s. Mal so tun als wäre ich Tourist. Aber natürlich werde ich den Heimvorteil nutzen und mich nicht als solcher zu erkennen geben. Die Londoner sind gastfreundlich und werden helfen, wo sie können. Es gibt aber ein paar Grundregeln, die man einhalten sollte. Zunächst einmal sollte man Englisch sprechen oder wenigstens so tun. Die meisten Engländer verstehen Deutsch, würden es aber niemals zugeben. Also stellen Sie ihre Fragen immer auf Englisch. Und vergessen Sie nicht regelmäßig ein ‘please, thank you or sorry‘ einfließen zu lassen. Das reicht schon, so einfach ist die Völkerverständigung.

Engländer hassen die Rucksacktouristen. Vor allem morgens in der Underground. Weil sie selber alle im Zug zur Arbeit fahren, nervt sie der Reisende mit seinem Kubikmeter Haushalt auf dem Rücken. Die Tubes sind eh schon gedrängt voll, da will man nicht auch noch einem ‘rucksack’ (!) ausweichen müssen. – Dasselbe gilt übrigens für wheelie bags. Bitte eiern Sie nicht mit Ihrem Schrankkoffer über den Trafalgar Square. Das bringt Minuspunkte.

Auf der Rolltreppe gilt Linksverkehr. ABER man steht bitte auf der rechten Seite. Die linke wird für die Überholer freigehalten. The left is for Londoners in a hurry! Und das sind sie morgens fast alle.

rolltreppe
Auf der Rolltreppe steht man rechts; die linke Seite ist für eilige zum Überholen. Wer da stehen bleibt, outet sich als Tourist.

 

Kopfschütteln werden Sie ernten, wenn Sie versuchen ein Papierticket in den Oystercard Reader zu stecken. Besorgen Sie sich rechtzeitig die Plastikkarte oder/und eine App zum Zahlen via Telefon. – Beim Einsteigen in die Tube gilt dasselbe wie bei uns, erst aussteigen lassen, dann einsteigen. 

reader
Der Kartenleser mag nur Karten. Bitte keine Fahrscheine. Versuchen Sie gar nicht erst über die Schranke zu klettern, sie werden bei der Polizei landen. Vergessen Sie nie, dass ganz London von Videokameras lückenlos überwacht wird.

 

Versuchen Sie sich immer daran zu erinnern, dass in London Linksverkehr gilt. Also beim Strassenqueren muß es heißen ‘Erst rechts, dann links!’ Kaufen Sie sich einen Stadtplan und eine Verkehrskarte mit Bus und U-Bahnen. Gehen Sie öfter mal zu Fuß, die Strecke ist meist kürzer als man denkt. Wenn Sie jemanden fragen, lächeln Sie ihn an. Seien Sie freundlich und bedanken Sie sich. Im Fahrstuhl oder beim Warten (Schlange stehen) bitte niemals irgendeinem in die Augen sehen. Auch nicht in der Tube. Das ist nun wieder grob unhöflich. Lassen Sie ihren Blick an der Decke, dem Boden oder gleich im Unendlichen entlang wandern. Tragen Sie irgendwo unauffällig, aber deutlich sichtbar, den Union Jack. Bewundern Sie die Queen, das Empire und bleiben Sie stehen, wenn Big Ben zur vollen Stunde schlägt. Geniessen Sie den Klang anerkennend. Machen Sie mal Pause, setzen Sie sich in einen Park, am besten gleich auf den Rasen. Sagen Sie was Nettes zu einem der Hunde und geben Sie sich nicht sofort als Deutscher zu erkennen. Dann kann eigentlich nichts schief gehen. 

 

selfie
Wer alleine reist muß Selfies machen. Besser als ständig Londoner um Knipshilfe zu bitten. Aber aufgepasst, manche wollen unbedingt mit aufs Bild.

Das sind die Top Ten Reiseziel im letzen Jahr. Diese Städte wurden am meisten besucht. Keine Frage, ich habe meinen Favouriten längst gefunden:

  1. Hong Kong
  2. London
  3. Singapore
  4. Bangkok
  5. Paris
  6. Macau
  7. Shenzhen
  8. New York City
  9. Instanbul
  10. Kuala Lumpu

Leider brach die Liste nach Platz 30 ab. Hamburg habe ich nicht entdecken können. Nach der Olympiaabsage wird sich daran in den nächsten Jahren auch nichts ändern. Schade. – Ich bleibe optimistisch und mache weiter Reklame für beide Städte: London und Hamburg.

 

The boss himself says:

George: “Holiday in London? Do you need a guide? I can offer my very special service, all include.”

Und ich: “Ich bin mit Sommerferien in London sehr einverstanden. Mal seh’n, ob da nicht noch ein Ausflug zu Nessie drin ist. Wenn ich es geschickt anstelle, lerne ich endlich einmal die Schotten kennen.

 

Was passierte noch am 30. Januar?

de 1945  

Die Wilhelm Gustloff versinkt nach einem Torpedotreffer in der eiskalten Ostsee. 

An Bord ca. 9.500 Flüchtlinge, hauptsächlich Frauen und Kinder. Kaum Überlebende.

uk 1969 The Beatles’ last public performance, on the roof of Apple Records in London.

The impromptu concert is broken up by the police.