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Im Londoner Stadtteil Kensington steht der kleine Bruder des Buckingham Palace. Er liegt in den Kensington Gardens, die sich westlich direkt an den Hyde Park anschließen. Dort, im Kensington Palace (KP), wohnen einige Mitglieder der königlichen Familie, wenn sie in London residieren. Das sind in der Regel keine Gästewohnungen, sondern persönliche Quartiere. Würde man mir dort eine Bleibe anbieten, dazu noch mietfrei, würde ich gewiß zugreifen. Schließlich ist es ein Haus der Extraklasse in 1a-Lage. Zum shoppen gehe ich dann zu Harrods, gleich um die Ecke, und abends besuchen wir ebenfalls fußläufig ein Konzert in der Royal Albert Hall. Und dann liegt es auch noch verkehrsgünstig, denn die Underground (Queensway Station) hält gleich am Ende der Straße. Nun gut, das ist für die royal members, die aktuell dort zuhause sind, vielleicht nicht ausschlaggebend. Jetzt aber hat die Daily Mail ihre Leser mal durch’s königliche Schlüsselloch gucken lassen und ich habe gestaunt. Möchte ich dort wirklich Mieter sein? Aber machen Sie sich ihr eigenes Bild. Holen Sie sich einen frischen Tee und dann beginnen wir den heutigen small-talk.

 

palast
Der Kensington Palace liegt westlich des Hyde Parks. Die Queen ist sozusagen die nächste Nachbarin.

 

 

Der Kensington Palast ist uralt. Schon Queen Victoria kam hier im Mai 1819 zur Welt. Ende des zwanzigsten Jahrhunderts rockten zwei Damen der königlichen Familie die alten Gemäuer auf: Princess Margret, die Schwester von Queen Elizabeth, und Lady Diana, die Schwiegertochter. Margret ließ es krachen, gab legendäre Parties im KP, bis durch ihre Scheidung vom Earl of Snowdon die Lichter endgültig verloschen. Es folgten einsame Jahre, in denen sie unruhig durch die 22-Zimmer ihres Palast-Appartements irrte. Insider schwören hinter vorgehaltener Hand, dass sie noch immer ihren Geist in den Räumen spüren können. Spät abends schwebt dort manchmal eine Frau im blauen Abendkleid durch die Wände.

Die andere tragische Figur war Diana, die Königin der Herzen. Hier im KP harrte sie bis zur bitteren Scheidung aus. Ihre Söhne, William and Harry wuchsen im KP heran und haben durchweg positive Erinnerungen. So kommt es, dass beide heute noch (oder wieder) dort leben. William hat mit Frau Kate und Kindern George and Charlotte die ehemalige vier-geschossige Residenz seiner Großtante Margret übernommen. Eine eight-car-garage ist inklusive. Prince Philipp, der Ehemann der Queen, bezeichnet die beiden luxuriösen Gemächer von Margret and Diane heute noch gerne als ‘the Aunt Heap’.

 

family
Ein neueres Foto von Prince William und Familie. Es wurde in den Kensington Gardens, London, aufgenommen. Es dürfte im Herbst 2015 gewesen sein.

 

In den Kensington Palace darf nur einziehen, wer mit der Königin verwandt ist und/oder aktiv für die Royals arbeitet. Beide Kriterien erfülle ich leider nicht, aber es überrascht mich, das sie von den aktuellen Mietern erfüllt werden. Denn die sind nicht gerade die Jüngsten. Trotzdem sind alle full-time working members.

 

royals
Full-time-members v.l.n.r.: Prince Richard of Gloucester (71) und Frau Brigitte, Prince Michael of Kent (74) und Ehefrau, Prince Edward, Duke of Kent (80), und Ehefrau Katarine. Alle wohnen im Kensington Palace.

 

Die neueste Bewohnerin der Royal WG ist Princess Eugenie (26 years). Bis vor kurzem teilte sie sich noch a four-bedroom apartment in St James’s Palace mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester Beatrice. Jetzt gehen die Damen getrennte Wege. Ab sofort wohnt Eugenie in der Ivy Cottage des KP. – In der Nottingham Cottage, wo William and Kate nach der Hochzeit lebten, ist inzwischen Bruder Harry eingezogen. Eine eher kleine Wohnung, aber sie soll sehr gemütlich und persönlich eingerichtet sein. 

Neben all den königlichen Verwandten, wohnen auch noch gut fünfzig Angestellte in größeren und kleineren Räumen des Palastes. Alle sind extrem loyal und verschwiegen. Da finden wir beispielsweise Sir Christopher Geidt (Privatsekretär der Königin), Barry Mitford and his wife Amy (ihr Page), Sonia Bonici (private Sekretärin) oder Tony Rabey (Butler von Prinz Charles). Die Liste ist lang.

Die Daily Mail hat eine sehr schöne informative Grafik veröffentlich, die ich hier übernehme. Sie kann per Mausklick vergrößert werden. Da sieht man dann, dass die einzelnen Wohnungen nicht immer riesig sind. Dazu kommt, das auch der Kensington Palast dringend renoviert werden müsste. Da ist noch Technik in den Bädern zu finden, die wohl bald an die siebzig Jahre alt sein dürfte. Über die Heizung will ich mal gar nicht reden. Und eine Satelllitenschüssel konnte ich auch nirgends entdecken. Also stellt sich mal wieder die Frage, ob die denn eigentlich schon Internetzugang haben? Mal ausprobieren, ich schicke einfach mal eine Mail. 

 

wohnplan
Quelle: Daily Mail. Bitte per Mausklick vergrößern. Dann können alle Infos gelesen werden.

 

Immerhin, wer dort wohnt, genießt Polizeischutz rund um die Uhr, eine eigene Telefonzentrale (??? Ich wußte es, die verbinden noch per Hand und Stöpsel), jede Menge Gärtner und Hausmeister. Ob Herrenbesuch nach zehn erlaubt ist, konnte ich bisher nicht verbindlich in Erfahrung bringen. – Mich überzeugt das alles nicht und deshalb bleibe ich wo ich bin.

  

 

The boss himself says:

George says: “When will you leave me and move to Kensington? Nearby is a famous Pub named Churchill Arms. They have Fuller’s Beer. Wonderful tasty. We can meet there from time to time?

Ich sage: “Oh nooooo! Niemals, never, ever, by no means. – Ich bin doch nicht verrückt und gebe hier meinen Hauptgewinn auf. Kostenfreies Logis mit Essen und großzügigen Taschengeld. Und das Beste, nachts darf ich beim Hausherrn kuscheln.” “Well spoken. So come on, let’s cuddle through the night.”

 

 

 

collage
Kein Pub in London hat mehr Blumenschmuck als das Churchill Arms in Kensington. Selbst auf der Toilette wachsen die Geranien. Das tägliche Giessen ist eine Zeremonie für sich. Der Pub bekommt regelmäßig 5 Sterne von seinen Gästen verliehen. Das bezieht sich aber eher auf die frischen Biere vom Faß.

 

 

 

 

 

Was passierte noch am 4. September?

de 1972

Die sechzehnjährige Ulrike Meyfarth gewinnt Gold bei der Olympiade in München. –

Und ich werde Erste im Vergleich der Hamburger Schulen, bekomme dafür eine 

eins im Sport und kann die fünf in Englisch wett machen. Puhh, gerade noch

einmal die Versetzung geschafft. (Schon damals fand ich es irrwitzig, dass ich

mit den angeborenen langen Beinen eine Fremdsprache ausgleichen kann???)

uk 1964

Scotland’s Forth Road Bridge near Edinburgh officially opens. – Die Brücke ist

über einen Kilometer lang. Über Weihnachten mußte sie geschlossen werden, 

weil Einsturz drohte. Seit Februar ist sie aber wieder freigegeben.