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Nichts macht mehr Spaß als zu vergleichen. Am besten sich selbst mit irgendeinem Looser. Schneidet man auch nur ein Quäntchen besser als er ab, in was auch immer, steigt die Stimmung sofort. Aber auch Fotos, die vor und nach einer Restauration gemacht wurden, sind immer eine Quelle der Freude. Egal ob die Versuchsperson beim Friseur war, neu eingekleidet wurde oder vom Visagisten bearbeitet wurde, -am besten gleich alles zusammen-, ich bin immer sehr neugierig auf das Ergebnis. Und wenn dann jemand dabei ist, der hinterher noch verquaster aussieht, dann steigt bei mir sofort wieder die gute Laune. Das ist natürlich beschämend. denn es ist nichts anderes als Schadenfreude. Die ist bei uns Volkssport, sonst könnten TV Shows wie “Versteckte Kamera” nicht funktionieren. Zu meiner Ehre sei erwähnt, dass ich diesen Humor nie mochte. Irgendwie fand ich die üblen Späße schon als Kind peinlich und gemein. Womit wieder bewiesen wäre, dass ich schon immer eine halbe Engländerin war, denn die amüsieren sich grundsätzlich nicht auf Kosten anderer. Häme ist ihnen fremd.

Ein dankbares Fotomotiv sind unsere Haustiere. Und wenn das Bild ein bißchen professioneller gemacht werden soll, dann ist es schon wichtig, dass Fluffy so attraktiv wie möglich abgebildet wird. Und das macht man inzwischen ganz professionell mit einer Hundestylistin. Sie wäscht, schneidet und föhnt den Cuty. Dann noch die Augen blank wischen und Frühstücksreste aus den Zähnen angeln. Fertig ist der perfekte Hund.

 

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Also mich überzeugt das. Mal ehrlich, nach dem Styling sieht der kleine Kerl jünger, agiler und zum Knuddeln süß aus. Und es scheint mit allen Hunden zu funktionieren, denn auch das nächste Modell hat durch den Haarschnitt deutlich gewonnen. Vorher schon niedlich und hinterher ein echter Teddybär.

 

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Ich bin so beeindruckt, dass ich mal selbst einen kritischen Blick auf mein Spiegelbild werfe. Gut, die Haare sind so kurz, da wäre ein zusätzlicher Schnitt kontraproduktiv. Aber ich könnte vielleicht mal die Augen betonen. Einfach mal ein bißchen Mascara auf die Wimpern tuschen und schon wächst die Ausstrahlung. Leider hält es nicht lange an. George kommt nach Hause, erzählt mir eine haarsträubend komische Geschichte und ich lache Tränen. Sweetheart, fällt dir an mir was auf? “Yes, you have a black eye. Is it still painful?”

Na gut, das hat jetzt auf Anhieb nicht so geklappt wie gehofft, aber auch den Profis unterlaufen Patzer. Jedenfalls finde ich diesen ausdrucksvollen Hundeblick nach dem Haarschnitt nicht unbedingt besser. Weint er oder schmollt er nur?

 

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Andererseits gefällt mir sein Haarschnitt extrem gut. So gut, dass ich am überlegen bin, ob ich das Foto (nachher) meiner Friseurin mitbringe? Ach, vielleicht doch nicht, denn solche Experimente gehen immer schief. Selbst wenn die Frisur genau so wird wie erhofft, dann kriegt man das mit dem Hundeblick nicht richtig hin und dann ist die Enttäuschung groß. 

Für George fällt mir auch keine wirkliche Verbesserung ein. Er trägt seine Glatze mit Würde und was soll man daran ändern? Den haben allerdings meine Fotos hier auf eine ganz eigene Idee gebracht. Wie wäre es wenn wir mit Barney mal Hundefriseur spielen? Man muß ja nicht wirklich etwas abschneiden, aber das Drum und Dran sollte schon stimmen. Also wie würde so ein Besuch ablaufen? “In England?” “Yes, of course.” “Da würde es natürlich mit dem Anstellen in einer Queue beginnen.”

Gesagt, getan. Die wartenden Tiere sind schnell zusammen, jetzt fehlt nur noch Barney. Und der kluge Kerl denkt mit. Er hat sofort begriffen, was gespielt wird. Brav stellt er sich an. Good boy!

 

barney

 

 

 

The boss himself says:

George says: “Unbelievable but he thinks he has to wait in line to get a treat!”

Ich sage: Das ist nicht das einzige, was hier kaum zu glauben ist.

 

  

  

 

Was passierte noch am 05. August?

de 1888

Ohne Wissen ihres Mannes fährt Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim. Diese

erste Überlandfahrt (106km) zerstreut bestehenden Vorbehalte von potentiellen Kunden

und ermöglicht den wirtschaftlichen Erfolg der Firma. – Lasst starke Frauen ans Steuer.

uk 1914

Erster Weltkrieg: Großbritannien erklärt dem Deutschen Reich den Krieg. – Georg V.

gegen Wilhelm Zwo. Übrigens Cousins. Warum wurden Kriege immer im Spätsommer

begonnen? Wartete man die Getreideernte ab? Konnte man sonst den Feind nicht sehen?