Nein, das böse B#@x* Wort werde ich heute kein einziges Mal benutzen. In diesem Beitrag geht es um ernste Dinge, denn London steht kurz vorm Shut Down. Jedenfalls nach ihrer eigenen Einschätzung der Lage. “Nanu, kriegen die UK Beamten jetzt auch keinen Lohn mehr?” “Do they have to eat gras?”, nein, keine Bange, das US Haushalt Desaster ist damit nicht gemeint. Es ist schon traurig zu hören, dass erste gezwungen sind, ihre Möbel und andere Dinge zu verkaufen. Ihnen steht finanziell das Wasser bis zum Hals. Die Amerikaner scheinen wenig oder gar keine Rücklagen zu haben. Ganz ähnlich hat sich im letzen Jahr auch die finanzielle Lage in England entwickelt und sobald eine Störung eintritt, bricht alles zusammen. – Heute ist aber etwas anderes gemeint, wenn die Zeitung titelt: ‘London is about to freak out and shut down.’ Ich ahnte schon was passiert war und ein Blick aus dem Fenster gab mir Recht. Es hatte über Nacht geschneit. Katastrophe, Weltuntergang, der Tod zieht ums Haus.

 

 

Das der morgendliche Weg zur Arbeit wird lange dauern, das ist garantiert. Fünf Millimenter Schnee bringen den Londoner Nahverkehr zum Stillstand. ‘Snow in London! Bracing for immediate train network collapse,’ twittert eine wintererfahrene Londonerin. Andere sind durchaus begeistert, schließlich schneit es nur selten im milde gelegenen Südengland. Vorbereitet ist allerdings niemand und deshalb werden die Autos auf ihren Sommerreifen über die nicht gestreuten Strassen schliddern. Den Fußgängern geht es nicht anders, niemand hat Stiefel oder auch nur halbwegs wintertaugliches Schuhwerk bzw. Kleidung und das Schneeschaufeln ist völlig unbekannt. Man schaut gebannt auf den weissen Fussweg und wartet auf die natürliche Lösung. Der Sonnengott wird es richten, hoffentlich bald.

 

 

Bei aller Ironie, darf ich nicht unerwähnt lassen, dass Frosttemperaturen in London tatsächlich lebensgefährlich sein können. Als erstes wird die Versorgung ausfallen, der Strom fliesst nicht mehr und das Wasser friert ein. Man schaue sich nur mal die Fassaden der Häuser an, dort sieht man an der Aussenseite nicht isolierte Wasserrohre und haarsträubend isolierte E-Verteilerkästen. Weil viele Menschen noch immer ausschließlich mit E-Öfen heizen, kann es schnell passieren, dass die Wohnung eiskalt wird. Wer da keine strotzende Gesundheit hat, holt sich schnell eine Lungenentzündung oder erfriert einfach über Nacht. Darüber will ich mich natürlich nicht lustig machen.

 

 

Ein Blick auf den Wetterbericht beruhigt mich und bestimmt auch die Londoner. Der Wintereinbruch wird von kurzer Dauer sein, aber das dicke Ende steht noch bevor. Nächste Nacht kann das Thermometer auf minus 5 Grad Celsius sinken und das ist dramatisch. Jedenfalls für die vielen Obdachlosen, die inzwischen in den Strassen Londons nicht mehr zu übersehen sind. Es gibt für sie zwar Notunterkünfte, die aber erst geöffnet werden, wenn drei Nächte lang die Temperaturen unter Null Grad gefallen sind. Ich hoffe, diese Regelung wurde inzwischen von Sadiq Khan, dem Londoner Bürgermeister, geändert. Denn sonst wird keiner übrig sein, der in die gewärmten Shelters einziehen kann.