Das war eine arbeitsreiche Woche für die britische Premierministerin. Gleich am Montag wartete sie mit Spannung auf das Ergebnis der erneuten Beratung der Lords über den Brexitentscheid. Diesmal geht der Antrag des Parlamentes glatt durch. Mrs May hat vorsorglich die Peers wissen lassen: “You are playing with fire”. Und damit war dann wohl gemeint, dass man auch ohne das Herrenhaus gut regieren könnte. Und ich glaube denselben Satz hat sie auch ihrer geschätzten schottischen Kollegin Nicola Sturgeon zugerufen, die seit Monaten mit der Abspaltung des Nordens droht. Und dann passierte es. Theresa May war schon fast auf dem Weg nach Brüssel, um dort offiziell den Austritt des Königreiches zu erklären, da fährt ihr die Schottin in die Parade. Sie erklärt am Abend vorher in Edingburgh, dass die Highlander ein zweites Mal über ihre Unabhängikeit abstimmen dürfen! Rumms, das war ein Volltreffer.

 

Von links nach rechts: Theresa May (Britische Premierministerin), Philip Hammon (Schatzkanzler) und Nicola Sturgeon (Erste Ministerin Schottlands)

 

Und damit nicht genug, nein, am Tag darauf stellt der britische Schatzkanzler Philip Hammond das Spring Budget 2017 im Parlament vor. Das ist ein geplanter Termin, aber der Inhalt hat offenbar sogar seine Chefin überrascht. Er kündigte an den self-employed, also den Selbstständigen, kräftig in die Tasche zu greifen. Sie haben mit deutlich höheren Sozialabgaben zu rechnen und das trifft besonders die vielen Handwerker, die als Kleinunternehmer ihr Geld verdienen. Als Hammond dann auch noch verkündete, dass das Bier teuerer wird, war der Ofen aus. Empörung, Tumult, die Konservativen forderten einen Sonderparteitag. Dort soll dann die Selbstzerstörung erfolgen, denn die Schande ist zu groß. Man gilt als Partei, die niemals die Steuern anhebt, und nun dies. Das ist unfair oder wie es der Engländer sagt: That’s no cricket!

Downing Street ist im Chaos. Sowohl No 10, also die Premierministerin, als auch No 11, der ‘Chancellor of the Exchequer’. Um das alles der  verunsicherten Bevölkerung mit beruhigenden Worten zu erklären, muß ein ausgewiesener Fachmann ran. Wer könnte es besser machen, als ein echter Insider. Mit anderen Worten, das ist ein Job für Larry the Chiefmouser. Und also wird er vom Pressefotografen Steve Back bei der Arbeit beobachtet. Und dabei kommt heraus, dass es dem Regierungskater zu gut geht. Statt die Mäuse zu fressen, spielt er mit Ihnen und lässt sie laufen. Lazy Larry.

 

 

Für keine ausgewiesenen Katzenkenner muß ich unbedingt eine Ergänzung machen. Zum instinktiven Jagen der Katze gehört das “Spielen” mit der Maus zwingend dazu. Sie prüft damit, ob die Beute für sie essbar ist oder womöglich krank und damit schädlich. Allerdings stimmt es auch, dass gutgenährte Katzen, den in der Küche servierten Lachs, bevorzugen. Denn eins sind sie nicht: dumm.

PS: Um die Engländer müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die sind nahtlos zum Alltag zurückgekehrt. Nicola Sturgeon darf die Schotten frühestens 2021 befragen, -da steht sie kurz vor der Wiederwahl, hä, hä-, und vor dem Brexit fürchtet sich in England sowieso niemand. Und Theresa May hat einen Tag nach der Bekanntgabe des Budgets 2017 durch ihren Schatzmeister kurzerhand die National Insurance Erhöhung für null und nichtig erklärt. Ich wartete dann auf den Rücktritt Philip Hammonds, aber nix. Der sah kurz etwas bedeppert aus, aber dann machte einer einen guten Witz und alle waren wieder vergnügt. So ist der Engländer, er hasst es sich festzulegen. Wenigstens eine Option lässt er sich immer offen und natürlich darf die dann auch gerne genutzt werden. U-Turns, also 180-Grad-Kurven, machen den Weg doch erst interessant. Es dauerte bis ich mich daran gewöhnt hatte, aber inzwischen weiß ich es zu schätzen.