Lichterloh brannte es nie, aber dafür wärmte die Glut über Jahre. Gemeint ist die nie endende, sehr zarte Liebesgeschichte zwischen Carson the butler and Mrs Hughes. Ihre Romanze hat unsere Herzen schmelzen lassen. Nun geben sich die beiden doch noch das Ja-Wort. Ohhhh yes!

Die Macher von Downton Abbey lassen die Fans nicht im Stich. Bevor der letzte Vorhang fällt, gibt es das happily-ever-after.

 

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Erste Haudame Elsie Hughes wird von Phyllis Logan gespielt und Butler Charles Carson von Jim Carter

 

Ein großes Geheimnis wird noch um den Ort der Feier gemacht. Werden sie das Angebot ihrer Herrschaft annehmen und im grand house feiern oder setzt sich Butler Carson durch, der es downstairs bevorzugen würde?

Wissen Sie noch wie es zwischen den beiden anfing? War es nicht während einer Paddeltour, als man sie erstmals Händchenhalten sah? Gratulieren wir ihnen zur (Film-) Hochzeit. Übrigens wird Carson danach seine Frau wieder respektvoll sietzen, jedenfalls solange sie im Dienst sind. Da kennt er nix.

Wie schön, dass inzwischen auch ältere Menschen lieben dürfen. Es ist kein Tabu mehr. Sex close to the edge, wie George es grinsend nennt. Da kommt mir Helen Mirrens Kritik über den ‘profunden Sexismus in der Filmindustrie’ gerade recht. Die wunderbare Schauspielerin, gerade 70 Jahre alt geworden, freut sich über ihr Alter. Endlich muß sie sich nicht mehr vor der Kamera ausziehen, endlich wird sie nicht mehr nur als Sex-Objekt wahrgenommen.

 

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Helen Mirren, 70 Jahre alt, und aufregender denn je. Ich mag ihre Filme und ihre Ansichten.

 

Sie beklagt die Besitzansprüche mancher Männer und hat damit völlig Recht, wenn sie sagt: “It annoys me when I see men with an arm slang round their girlfriend’s shoulders. It’s like ownership. Tell him to get his damned arm off your shoulder.”

Sie kritisiert auch die ‘unrealistischen Körper’, die uns Schauspielerinnen oder auch Mannequins zeigen und damit suggerieren, man müsste selbst auch so aussehen um begehrenswert zu sein. Will ich denn überhaupt die ‘Gier’ eines anderen erwecken? Ich glaube sein Respekt wäre mir lieber.

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Smart suit. Anything wrong? Aus: Job Lot.

George will wissen welche Krawatte farblich am besten passt und kommt mit einem Hemd herein, dass mehr zeigt als man sehen will. Open to the midriff, wie der Engländer sagt. Und damit ist nicht der Bauchnabel sondern das Zwerchfell gemeint. Ich rate zur gestreiften und frage ob er die Knöpfe noch schließen will? “If you like, I can do it.”

Als wir letztens bei Auntie Ingrid waren, unter Gästen, von denen keiner jünger als 55 war, war die Liebe eines der zentralen Themen. Da kennt der Engländer nichts und ich durchschaue es eigentlich bis heute nicht richtig. Einerseits scheu wie ein Reh, wenn man in der Saune oder am Strand die Kleidung fallen lassen soll, andererseits spricht der Damenkreis ungeniert über sexuelle Erwartungen.

Das sind die Momente, wo ich tiefrot anlaufe und mich hinter mangelnden Sprachkenntnissen verstecke. Auntie Ingrid macht keine Ausnahme. Als sie erfährt dass ich nie verheiratet war fragt sie für alle laut vernehmlich: “Why you missed your chance of love?” Zum Glück springt George ein, und wahrscheinlich war die Frage tatsächlich an uns beide gestellt. “Everything in my life had played second fiddel to my career; that’s the reason for being single forever.” Ich nicke zustimmend und hoffe die Fragerei hat damit ein Ende.

Abends finde ich in der Zeitung noch einige Tipps zum Thema ‘What’s best time to make love?’. Eine Untersuchung der Universität Oxford. Na, das scheint ja auch ein vergnügtes Studium zu sein, denke ich mir. Dabei fällt mir der Witz von Taxifahrer Enno ein, der eine Dozentin zur Uni Hamburg fährt. Gerne würde er die Dame näher kennenlernen und schlägt einen Besuch in der Eberklause vor, dort könnte man dann gemeinsam die Getränkekarte studieren. Die Dame lehnt mit den Worten ab: “Ich habe doch Kolloquium”. Darauf Enno: “Macht nichts, wir können ja vorher an der Apotheke halten”. Weltklasse!

 

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Ich bewundere wie Helen Mirren mit ihren Rollen verschmilzt. Hier als Queen. Perfekt bis zur Augenbraue dargestellt.

 

Aber wo war ich gerade? Ach ja, best time for sex. Der Artikel ist gut geordnet, es fängt mit den Zwanzigjährigen an und prompt befürchte ich, das unsere Liga gar nicht mehr aufgeführt ist. Aber weit gefehlt, wir spielen im Mittelfeld! Wer hätte das gedacht. Also hier das Wesentliche:

Falls Sie fünfzig sind sollten sie den frühen Abend wählen. Fünfzigjährige brauchen frühen Schlaf, also fangen Sie nicht zu spät mit dem Gefummel an. Da Alkohol in Maßen durchaus helfen kann, und die Leber länger zum Abbau braucht, sollte man unbedingt vor 22:00 Uhr mit allem durch sein. 

Ab sechzig verlagert man den Sex noch ein wenig nach vorne. 20:00 Uhr ist perfekt. Strikting a balance between dinner and bed. After an orgasm, you release oxytocin, the wakeful hormone. 

Am meisten freut es mich, das es auch noch für die Siebzigjährigen eine Empfehlung gibt, die muß mich jetzt nicht interessieren, aber es ist doch beruhigend zu wissen, dass man noch eine Perspektive hat.

Dinner in the evening? fragt George. Nein, sweatheart, dafür haben wir keine Zeit. Erst ein fragender Blick, dann bekomme ich seine volle Zustimmung.