weaselDas wild riding weasel ist auch noch heute morgen die Top-Nachricht. Und auch dafür liebe ich die britischen Medien; statt täglich mit denselben öden Nachrichten gelangweilt zu werden, lässt sich der Engländer lieber unterhalten. So kommt man beschwingt in den Tag.

matt-weaselHeute morgen berichtet also die BBC im telly: “You can tell it’s a real photograph“. Die Echtheit wurde von Matt Binstead, vom British Wildlife Centre, bestätigt. Er klärte aber auch darüber auf, dass das kleine Wiesel den größeren Grünspecht als Beute betrachtet. Hier fliegt also jemand um sein Leben. Sollte das Wiesel dem Vogel das Genick im Flug durchbeissen, könnten wir uns wenigsten an der Moral der Geschichte trösten: Nie den Ast absägen, auf dem man gerade sitzt. Der Brite kennt das auch, formuliert aber ein bißchen anders: “Never bite the hand that feeds you“.

Weil wir gerade so schön über die skurrile Seite des Engländers sprachen, berichtete George gleich noch über eine andere Nachricht, die es heute morgen in die Topmeldungen geschafft hat. Hier geht es um die Hausfrau Pat Costen, die gestern mal kurz ihre Terassentür zum Lüften geöffnet hatte. Prompt kam Besuch:

Pat lebt auf Guernsey. Zwei ihrer Kühe nahmen die Gelegenheit wahr, mal das Haus zu inspizieren. Zielstrebig latschten sie in’s Wohnzimmer:

Dabei hatte Pat die Tür gar nicht offen stehen lassen, sondern nur vergessen den Riegel vorzulegen. Die klugen Kühe wußten wie man sie öffnet! Pat sagte: “I knew they could open the back door but I forgot to lock it. They came in through the kitchen, along the corridor, round the snooker table, into the study where they scattered a pile of my papers, back along the corridor and into the small TV room, where I found them”. Na, dann haben sie ja alles gesehen. Und Pat beendet das Interview mit der Aussage: “They are lovely!” und dabei strahlten ihre Augen.

Von solchen Nachrichten wird man jeden Morgen begrüßt. Herrlich! Ich habe mich heute morgen 5 Minuten lang von Verkehrsdurchsagen wecken lassen. Es waren mehr oder weniger dieselben, die mich auch gestern begrüßten. Und am Tag davor und davor … Als George es erstmals bei mir hörte, fragte er allen Ernstes, ob das eine Bandaufnahme sei, die in Dauerschleife alle 30 Minuten wiederholt wird? Er versteht einfach den Sinn nicht und hat damit Recht. Man könnte auch jeden Morgen durchgeben: “Guten Morgen lieber Zuhörer. Unsere Messung hat ergeben, dass Hamburg noch immer auf 10° östlicher Länge liegt. Wir beobachten weiter und halten sie auf dem Laufenden”.

python1Ja und dann war da noch die mystery 16ft python, die man gestern morgen aus dem Abwasserkanal in Lancashire gezogen hat. Sie war tot. Wer mit den Maß-Einheiten nicht so vertraut ist, dem sei gesagt 16ft entspricht etwa 4,90m! Und der Fundort liegt nicht etwa auf den Falklandinseln, sondern in Leeds, also mitten in England.

Noch weiß keiner woher das Reptil stammt. Niemand hat seine Hausschlange als vermißt gemeldet. Nach der Autopsie stellte man eine Lungenerkrankung fest. Kein Wunder in der feuchten Kanalwelt. Aber statt nun eine hysterische Jagd nach dem Besitzer zu starten, reagiert man wie immer sehr höflich: “We would anyone thinking about getting rid of their pets, particularly those which may pose a risk to the public.” Ich möchte wetten, man hatte bei Bekanntgabe des Ratschlags die Augenbraue hochgezogen. Schon wissen die Besitzer, dass es serious ist. 

Also, immer schön den Klodeckel schließen.