Nachwuchs bei den Royals. Was für eine Freude, denn alle vier (!) sind gesund und munter. Die Eltern platzen vor Stolz und der Patenonkel, wenn ich Christopher Skaife so nennen darf, hat auch gleich ein Video gedreht. Prima, denn so können wir gleich mal in die Kinderstube sehen. Die Kleinen sind erst wenige Tage alt und doch schon eine Sensation. Schließlich ist es über dreißig Jahre her, dass der Tower of London Nachwuchs bei seinen Raben melden konnte.

 

Für Ravenmaster Christopher Skaife hat sich ein Traum erfüllt. Er hat es geschafft, dass die Raben Nachwuchs bekommen haben. Kein Wunder, denn Chris erfüllt jeden Wunsch. Nachmittags bringt er ihnen Kekse, allerdings vorher in Blut getränkt, denn Raben sind Fleischfresser. – Alle Fotos in diesem Beitrag stammen von der Tower Webseite (www.hrp.org.uk/tower-of-london).

 

Hugin und Munin sind die Eltern. Das gerade geschlüpfte Quartett ist abgeschirmt in einer Voliere am Tower Hill untergebracht. Der Zaun ist doppelt gesichert und tief in den Boden verankert, denn nachts kommt der Fuchs vorbei und holt sich, was er kriegen kann. Aber seit Chris das Amt des Ravenmasters hat, sind alle safe & sound.

Munin lebt seit Mai 1995 im Tower of London. Sie war selbst erst sechs Wochen alt, als sie aus einer Zucht ankam. Am 18. Mai hat sie ihren vierundzwanzigsten Geburtstag gefeiert und sechs Tage später waren die Eier im Nest. Kein Rabe lebte länger als Munin im Tower. Ihr Name stammt aus der nordischen Mythologie. Odin hatte seinen Raben, der ihn stets begleitet, so genannt. Ravenmaster Chris erzählte mir, dass er eine ganz besondere Beziehung zu Munin hätte. Er ist fest davon überzeugt, dass sie ihn hasst. Und doch sind die beiden unzertrennlich und voller Respekt füreinander. Über Hugin weiß ich nichts zu erzählen, da muss ich beim nächsten Besuch nachfragen.

 

Der Vater bringt das Futter, übergibt es an die Mutter und die füttert dann die Kleinen.

 

Angeblich war es King Charles II., dem prophezeit wurde, dass London fallen wird, wenn die Raben den Tower verlassen. Das darf aber bezweifelt werden, denn die Vögel sind erst seit einigen Jahrzehnten im Tower zu Hause. Aber wie auch immer, eines gilt: Es müssen immer sechs Vögel dort sein und deshalb hat man mindestens sieben. Einer ist sozusagen auf der Ersatzbank, denn es steht den Raben frei, jederzeit wegzufliegen und das ist auch schon vorgekommen. Chris stutzt ihnen zwar die Flügel, lässt ihnen aber genug Federn, dass sie flugfähig sind. Das ist Vertrauenssache und eine sehr persönliche Angelegenheit zwischen ihm und seinen Schützlingen. Er baut darauf, den Raben einen optimalen Lebensraum im Tower zu bieten und dann gibt es für sie keinen Grund mehr, diesen zu verlassen.

Bisher war Poppy das Nesthäkchen, jetzt sind es die vier Rabenkücken. Poppy ist schon etwas älter, hat aber noch immer die rosa Haut im Rachen, die sich später dunkel färben wird. Namen gibt es für das Quartett noch nicht und vielleicht können wir uns sogar daran beteiligen? Ich denke einer der kleinen Raben muss auf den Namen ‘George’ getauft werden, denn die Brut begann am 23. April. Das ist ein ganz besonderer Tag, nämlich der Nationalfeiertag der Engländer, bekannt als St George’s Day.

Eigentlich hatte ich bei meinem nächsten London Besuch den Tower nicht eingeplant. Jetzt werde ich aber doch dort hingehen. Der Eintritt scheint teuer zu sein, ab £25 online, aber es wird viel geboten. Und man kann es schlauer machen, wenn man öfters in London ist. Dann bietet sich die Membership an. Sie kostet £52, bietet freien Zutritt zu sechs Palästen und gilt oft sogar länger als ein Jahr. Damit kann man dann auch mal zum Kurzbesuch im Tower vorbeischauen, wenn man schon in der Gegend ist. Und die hat nun wirklich einiges zu bieten.

 

Der Tower of London hat ein Video veröffentlichen, da lernt man den Ravenmaster kennen und seine gerade geschlüpften Schützlinge.
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