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Foxy: heute morgen im Brook fotografiert!

Ach fällt mir das schwer. Es gibt so viel zu berichten und doch passt es alles nicht hierher. Zum Glück habe ich ja noch meinen Brook-Blog, da kann ich mich jetzt eher austoben.

Dabei erfahre ich in diesen Tagen über England und seine Bewohner deutlich mehr, weil George in Hamburg ist und britische Zeitung und TV mitbrachte. So hörte ich z.B. heute morgen die (wahre) Geschichte zweier Leichenzüge (hearses), die sich im Londoner Verkehr verirrt hatten. Die Story stand in der Zeitung unter dem  Titel “Only fools and hearses” und der Inhalt war so skurril, dass man es einfach erzählen muß. Eben very british. Also ich denke, ich sammel da noch ein paar Tage Material und dann füge ich das hier mal ein.

Für uns wird es jetzt ernst: Einen Monat “Ehepaar” spielen! Ich will gar nicht verhehlen, dass ich es herbeigesehnt habe, aber für uns, die wir eigentlich selten Rücksicht auf einen anderen nehmen mussten, ist es eine Herausforderung. Zum Glück hat George sein Hamburger Domizil, -inzwischen weiß ich es zu schätzen-, und er weiß seine Zeit auch ohne mich zu gestalten. Schon erstaunlich, wie er sich in Null-Komma-Nix integriert. Die Engländer sind generell auf “soft skills and social competence” trainiert; wofür wir kaum ein passendes Wort haben. Ich will damit sagen, dass sie sehr schnell Kontakt knüpfen können und ihnen das aktive Einbringen in eine Gemeinschaft problemlos gelingt.

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Wo nimmt der Mann die Energie her? Nun gut, er kam im März zur Welt, ist also im Zeichen Widder geboren. Er muß sich auspowern, sonst fühlt er sich nicht wohl. Zum Glück erwartet er nicht meine Teilnahme, wenn er in aller Frühe durch Wohldorf rennt. – Übrigens, das Pferd war schneller.

Überraschend war es für mich zu erfahren, dass er auch berufliche Kontakte nach (Nord-) Deutschland hat. Grund ist, dass Deutschland schon immer federnführend in der Gerichtsmedizin war. Wer kann, wird einige Semester hier studieren. Man hält Kontakt zu deutschen Kollegen und sehr gerne werden deutsche Mediziner für einige Zeit im englischen Institut engagiert. So kommt es, dass George auch hier einige Freunde/Bekannte hat.

Und übrigens habe ich in London in Sachen Kontakt knüpfen auch ganz neue Erfahrungen gemacht: Ich  traf sehr schnell auf Landsleute. Ich wurde sofort mit Leuten bekannt, die selbst eine Verbindung zu Deutschland oder deutschen Partnern haben. In kürzester Zeit hatte ich dort mehr Leute kennengelernt, als hier in den letzten fünf Jahren. Sicherlich keine Freundschaften fürs Leben, aber sehr liebenswürdige Menschen, die mir den Anfang leicht gemacht haben und denen ich mich schon deshalb verbunden fühle.

Als bei uns heute morgen um kurz nach fünf der Wecker klingelte, traf mich fast der Schlag. George hatte ihn gestellt und es war nicht herauszufinden, warum er diese Weckzeit wählte. Ich nehme mal an, der Wechsel in unsere Zeitzone hat ihn etwas verwirrt. Als er dann aber auch noch gut gelaunt aufstand und gleich die Laufschuhe anzog, bekam ich fast Angst. Zum Glück hat er noch nicht einmal den Versuch gemacht mich zu fragen, ob ich ihn begleiten will. Und dafür liebe ich ihn wirklich 😉 Ich bin gespannt auf die nächsten Wochen. Da wird wohl noch die eine oder andere Überraschung warten. Aber ich bin ganz zuversichtlich; das kriegen wir bestimmt hin.

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Datenschutz ist gewährt; so erkennt ihn in London kein Mensch. – Und fotografisch hat endlich mal der ‘Mitzieher’ perfekt funktioniert!