Das britische Home Office hat viele Mitarbeiter. George gehört zwar nicht zum engeren Kreis, wird aber stets im Auftrag der Behörde tätig und dasselbe gilt auch für Ruby. Man kann es missverstehen, deshalb hier die Übersetzung: Beim HO handelt es sich um das Innenministerium, zuständig für Visas & immigration, security, law and order; auch für die Polizei und sogar für den Geheimdienst (MI5). Ich hatte den Begriff ‘Home Office‘ monatelang falsch verstanden und manches Gespräch mit Kopfschütteln beendet.

Das Headquarters ist in der City of Westminster untergebracht und hatte letzte Woche hohen Besuch. Queen Elisabeth war zu Besuch. Ganz offiziell wurde sie von allen Mitabeitern empfangen oder wie George es ausdrückte: Greeted with all razzmatazz the Office could summon. 

 

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Die Queen spricht zu den Mitarbeitern des Home Office in London

 

Alle hatten sich noch eleganter als üblich angezogen und auch Ruby war ziemlich aufgeregt. Ich kenne sie vom Flughafen, dort macht sie gewöhnlich ihren Dienst. Ruby ist eine der vielen sniffer dogs, die beim Zoll nach illegalen Gepäck suchen. Ihre Spezialität ist das Bargeld. Sie wittert Geldscheine fehlerfrei. Dabei kann Ruby sicher unterscheiden, ob es eine kleine, also erlaubte Menge ist, oder ein großes Bündel, das zwecks Geldwäsche mitgeführt wird. 

 

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Ruby ist sniffer dog. Sie ist oft am Aiport Heathrow im Einsatz.

 

Kaum kam die Queen in Ruby’s Blickfeld, entdeckte die Hundedame auch schon den verdächtigen Gegenstand: die Handtasche! Zielsicher geht Ruby also auf die Queen zu und die reagiert wie immer wenn ein schweifwedelnder Puppy ihr entgegenkommt, nämlich hocherfreut. Also beugt sich die Königin der kleinen Ruby entgegen und krault ihr herzlich das Fell. Ruby ist aber noch im Dienst und konzentriert sich erstmal ganz auf die Tasche. Ein kurzer Sniff reicht ihr um den Inhalt zu identifizieren. Keine Geldscheine. – Tja, Ruby das war zu erwarten. Was immer die Queen in ihren Ledertaschen auch mit sich führen mag, Bargeld ist wohl nicht darunter.

Am anderen Ende der Welt beendeten Prince Charles und Ehefrau Camilla ihre lange Visite in und um Australien. Das scheint ja manchmal ganz schön stressig zu sein, jedenfalls beneide ich die beiden nicht. Als sie sich die x-te Ausstellung ansahen, war ihre Gastgeberin deutlich zu fokussiert. Die Dame berührte Charles an einer Stelle, wo es nicht erlaubt ist. War es ein Versehen? Ich glaube nicht, denn sie liess ihre Hand wo sie war. Charles trug es mit Fassung, kein Protest. Also, wenn das jemand bei George machen würden, dann würde ich aber die rote Karte ziehen.  Er sieht es wohl ähnlich, wenn er zum Besten gibt: We have to sign some arrangements before we tying the knot. 

 

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Janine Kirk führt Charles sehr persönlich durch die Ausstellung. Der englische Kommentar ist wieder einmalig gut: Welcome down under.

 

Abends haben wir noch etwas Besonderes vor. Die von mir hochgeschätzte Maggie Smith hat einen neuen Film gemacht und der wird ab sofort in den Kinos gezeigt. Er hat den Titel ‘The Lady in the van’ und ich bin sehr gespannt. Meine Erwartungen sind sehr hoch, denn die (wahre) Story ist tiefgründig und die inzwischen über 80-jährige Dame Maggie Smith ist eine wunderbare Schauspielerin. Wir kennen sie alle, spätestens seit ihrer Rolle als Professorin Minerva McGonagall in Harry Potter’s Abenteuern. Ich werde berichten, das ist mir auf jeden Fall einen eigenen Bericht wert sein.