Bekanntlich hat sich der Engländer nie mit dem Euro anfreunden können. Man blieb stets der eigenen Währung treu, die offiziell als ‘pound sterling (£/GBP)’ bezeichnet wird. Wer also nach England reisen will, ist gut beraten vorher ein bißchen Geld umzutauschen. Ich mache es immer bei meiner Bank in Deutschland, ganz Schlaue warten auf den günstigsten Kurs und reisen ggfs. mit Euro in England ein. Auch das ist kein Problem, denn man kann das Geld in den meisten Banken, Post Offices oder auch ‘bureaux de change’ eintauschen, aber mir ist meine Zeit dafür zu kostbar.

Wie genau geht das denn nun mit dem englischen Geld und wie heißen die Münzen bzw. Scheine? Fangen wir mal mit dem Grundsätzlichen an: 100 pennies (oder pence) sind 1 pound. Also ganz einfach. Allerdings wird kaum jemand ‘pence’ oder ‘pennies’ sagen, sondern meistens ‘pees’ verlangen. Und statt ‘pound’ fordert der Engländer ‘quid’. Auch ganz einfach, oder? One hundred pees are one quid. And five quids are a fiver, and ten a tenner. Wenn Sie sich das merken, wird jeder denken Sie wären in London geboren worden.

 

Mein Geld wird gut bewacht. Eine Auswahl von Scheinen und Münzen sind in Barry’s Obhut.

 

Wie ist es denn eigentlich mit den englischen Münzen? Mit dem Hartgeld? Also die gibt es mit vielen Emblemen, mal schmückt die Rückseite ein Häschen oder eine Feldblume. Die andere Seite der Medaille ist immer für das Antlitz der Königin reserviert. Was machen die bloß im Fall des Falles? Wird man da über Nacht das komplette Hartgeld einschmelzen? Ob hat man einen anderen Plan? Wird der Kopf der Königin für alle Ewigkeiten das englische Geld zieren? Garantiert nicht. Aber das ist alles Beiwerk, wichtiger sind die Münz-Einheiten.

Es gibt folgende ‘coins’ im Umlauf:

  • One and two pence – beide aus Kupfer hergestellt

  • 5p, 10p, 20p and 50p – alle aus Silber gefertigt

  • und schließlich die £1 Münze aus Gold. Nein, nicht massiv. 

  • Ach so und dann auch noch eine £2 Münze in gold und silber.

 

vrnl: 1p, 2p, 5p, 20p, 50p. Leider sind die Größen der Münzen nicht in der Reihenfolge ihrer Werte. Allerdings wenn man das Material berücksichtigt, dann stimmt die Wertigkeit wieder.

 

Die Scheine die ‘notes’ sind leicht auseinander zu halten. Es gibt vier Sorten, jedenfalls in meinem Portemonnaie: £5 (blau), £10 (braun), £20 (violett) und £50 (rot).

 

Die Schein sind leicht auseinander zu halten. Sie unterscheiden sich in Farbe und Größe. Einen Fünfziger habe ich gerade finden können, denn bei solchen Summen nehme ich lieber die Kreditkarte mit. Und zwar die von George. Die jetzt aber dazuzulegen, hilft uns auch nicht weiter.

 

Die neuen Geldscheine, z.B. der fiver, sind aus unverwüstlichen Polymere hergestellt. Leider laden die sich gerne statisch auf und hängen dann an allem möglichen fest. Mir klebte schon mal einer am Ärmel meiner Regenjacke, als ich aus dem Supermarkt kam. Man fühlt es sofort, dass die Dinger nicht aus Papier sind. Aber keine Bange, sie sind gültig. Die one pound coins wurden auch gerade neu designed. Sie sind jetzt 12-eckig und passen natürlich in keinen Automaten, wenn der noch immer das alte, runde Format erwartet. Aber inzwischen hat man es gemerkt und nachgearbeitet. Es betraf Parkuhren, Einkaufswagen und Fahrkartenautomaten, die sich plötzlich (!) nicht mehr bedienen liessen. Die Bank von England riet zur Selbsthilfe und sagte, man könne die Ecken leicht mit einer Feile abrunden. Typisch englische Lösung.

Ich habe mein Reisegeld schon eingetauscht und hätte natürlich ein besseres Geschäft gemacht, wenn ich noch gewartet hätte. Aber mir ist das Gefühl wichtiger, alles gut vorbereitet zu haben. Wenn mir dafür ein paar pees durch die Lappen gehen, dann ist das eben so. Allerdings ist der Wechselkurs £/€ in diesen Tagen ein überall diskutiertes Thema, dass den Engländer langsam nervös werden lässt. Aktuell bekommt man 1,0816 Euro für 1 Pfund. Es war schon einmal weniger, nämlich nur 1,03 Euro, und zwar während der Bankenkrise 2008. Diesmal allerdings weiß niemand so recht wann und wie die Talfahrt gestoppt werden soll. Im Gegenteil. Die Verhandlungen in Brüssel scheinen kurz vor dem Scheitern zu stehen. Man giftet sich bei Pressekonferenzen vor laufender Kamera an und das lässt darauf schliessen, dass die Brexit Verhandlungen hinter geschlossenen Türen auch nicht mehr in geordneten Bahnen ablaufen. Ich kann mir momentan nicht vorstellen was passieren soll, wenn David Davis ein letztes ‘one way ticket’ nach London löst. Ich glaube niemand hat einen Plan B. Warten wir es ab, es kann sich stündlich entscheiden.