Links die alte Münze und rechts die neue. Auf allen ist einseitig die Queen zusehen.

Haben Sie vom letzten UK Urlaub noch britisches Geld übrig? Ganz sicher, denn Sie werden es nicht anders machen wie wir und das Kleingeld irgendwo sammeln, wo es dann für immer in Vergessenheit gerät. Fliegt man dann das nächste Mal auf die Insel, lässt man das Geld prompt zuhause liegen. Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass George seine Euromünzen in das Groschengrab wirft, ich aber natürlich meine Pound Coins dort parke. Es hat sich also ein ziemliches Durcheinander angesammelt, inklusive einiger Fremdkörper. Nein, keine Knöpfe, aber ich habe schon mal eine Hundemarke im Glas gefunden. Da Barney seine noch am Halsband trägt, frage ich mich welcher Vierbeiner damit bezahlt hat? George gibt sich ahnungslos. “I’ll be damned if I know!” “Ja, das trifft den Nagel auf den Kopf, you are.”

Jetzt wird es allerdings höchste Zeit sich der Sache doch einmal anzunehmen, denn die one-pound-coin wird Mitte Oktober 2017 ungültig. Ihr Wert beträgt etwas mehr als einen Euro, da kann schnell ein großer Betrag zusammenkommen. Die neuen Münzen kommen Ende März in den Umlauf und lassen sich leicht vom Vorgänger unterscheiden. Sie sind nicht mehr rund, sondern haben gleich 12 Ecken. Da freut sich der Hobbyastrologe, denn so kann er immer ein Mini-Horoskop korrekt zeichnen, falls es mal nötig sein sollte.

Es gibt auch Münzen mit hohen Wert. Hier ein £100 Sammlerstück, dass auch zur Bezahlung zugelassen ist.

Man schätzt, dass alleine in UK noch gut eine Millarde (!) alter Ein-Pfund-Münzen im Gebrauch sind. Erstaunlicherweise haben noch letzte Woche 87 Prozent der Bevölkerung gesagt, sie hätten vom Verfallsdatum noch nichts gehört. Das hat die Verantwortlichen ziemlich geschockt, denn es bleiben nur noch sechs Monate Zeit, um in allen Taschen und sonstigen Verstecken nachzusehen. Fachleute schätzen, das eine von dreißig 1£ coins gefälscht ist. Eines der Gründe für die Tauschaktion. Übrigens gibt es die Münzen mit ganz unterschiedlichen Aussehen, das ist beim Euro ja auch nicht anders. Oft sind Pflanzen auf der £1 Münze, manchmal Brücken oder die Hoheitszeichen für Schottland (ein Löwe), Wales (Drache) oder England (drei Löwen). Mein Lieblingsdesign findet sich auf den Exemplaren mit dem Aufdruck ‘Domine dirige nos’. Man kann es mit ‘Lord direct us’ übersetzen und es ist das alte, überlieferte Motto von London.

George hat inzwischen die ganze Hand voller Geldstücke. “Wo hast du die denn gefunden?”, frage ich ihn. “They all stuck behind the sofa”, bekomme ich zur Antwort. Soll ich das jetzt glauben? Weiteres Nachfragen wird aber sinnlos sein, denn das ganze Thema hat ihn längst auf andere Ideen gebracht, die ihn jetzt viel mehr interessiert. “Can you make some vanilla shortbread for me? Not the thick ones, I like them thin like a one-pound-coin. Please, do it.” Na gut, warum nicht. Die sind schnell gemacht und ich mag sie auch gerne. 

 

Vanilla shortbread recipe

Ingredients (makes 16 Biscuits)

325 Organic Plain Flour (weisses Mehl)
20g Chilled Salted Butter (Butter)
125g Golden Organic Caster Sugar (Streuzucker)
2 tsp Vanilla Paste (Vanille, als Schotenpaste oder frisch)
2 Large Organic Eggs (große Eier)
Icing Sugar to Dust (Puderzucker)
Flour to roll 

Method

  • Preheat the oven to fan 160C/conventional 180C/ gas 3
  • Add the flour, butter, sugar, eggs and vanilla paste to a bowl and mix thoroughly until a dough is formed.
  • With your hands knead the dough for around a minute on a lightly floured surface, then wrap in clingfilm and leave to chill for at least one hour.
  • Once chilled, using a rolling pin, roll out the dough until it is around a pound coin thick.
  • Use a circular cookie cutter to cut out the dough (I use a cutter with a diameter of around 3 inches) and arrange onto a greased baking sheet, spacing slightly apart so they have room to grow whilst baking.
  • Bake for 20 minutes until the biscuits are just turning pale gold around the edges then transfer to a wire rack to cool.
  • Once cool dust with icing sugar – Delicious!

Oder hier die Kurzfassung in Deutsch: 

  • Backofen vorheizen
  • Mehl, Butter, Zucker, Eier und Vanille in eine Schüssel geben und alles mit dem Mixer verrühren.
  • Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche durchkneten und dann in Folie für ca. eine Stunde ruhen lassen.
  • Danach den Teig dünn ausrollen
  • Mit einer runden Form (6-7 cm) die Kekse ausstechen und auf das Backblech legen. Backpapier nicht vergessen.
  • Ca. 20 Minuten backen, mittlere Schiene, bis die Ränd goldgelb werden. 
  • Auf einem Rost auskühlen lassen und anschließend mit Puderzucker überstäuben.

 

Nach dem ersten halben Dutzend Kekse erzählt mir George, dass er nachher noch unbedingt in den Pub muß. “We have a lot of old pound coins. I will change them against some pints of beer.” Er hat schnell geschaltet, was für ihn spricht, und handelt jetzt englisch konsequent. Ich hingegen frage mich ob eigentlich schon irgendjemand darüber nachgedacht hat, dass das Eckige nur schwer ins Runde passt. Oder wie man es auch sagen könnte, die Quadratur des Kreises gelingt nur selten. Was also passiert beim Einkaufen ab Oktober 2017? Muß ich dann das zwölfeckige Pfundstück in den Schlitz des Einkaufswagens zwängen? Oder tauscht man die Schlösser aus? Wetten, dass noch niemand daran gedacht hat.