“It is a relationship in transition. But whatever the shape of our future relationship, and whatever is negotiated and agreed between governments and institutions, it is more clear to me than it has ever been, that the bonds between us will, and must, endure – and that our young people, and future generations, will have as much cause to cherish those bonds as our generation has had.” Das sind  die Worte, die Prince Charles u.a. in seiner Ansprache auf der Gartenparty in Berlin, heute Abend sagen wird. Sie sind sorgfältig gewählt und kommen doch vom Herzen. Man darf den zitierten Satz als Meinung zum Brexit werten, aber auffallend ist das Bekenntnis zur deutschen Abstammung der Familie. Erstmals wird das öffentlich betont, um damit das Band zwischen Großbritannien und Deutschland noch enger zu binden. Egal, was auf politischer EU-Ebene geschieht.

In England wurde jahrzehntelang, aus gutem Grund, die deutsche Verwandtschaft verschwiegen. Es war Prince Albert, der Ehemann von Queen Victoria, der aus Thüringen stammte und viele deutsche Traditionen mitbrachte. Die werden von den Engländern noch heute geliebt und gelebt. Nach dem Ersten Weltkrieg war es notwendig, den Namen ‚Saxe-Coburg-Gotha‘  durch ‘Windsor’ zu ersetzen. Daran wird sich nichts ändern, aber die ‚diversity‘  und das Bekenntnis, dass soziale Vielfalt gut ist, findet nun auch vom englischen Königshaus Zustimmung. Gestern gab Harry die Geburt seines Sohnes bekannt, und das Baby ist der erste potenzielle Thronfolger (aktuell auf Platz 7 in der Reihenfolge), der afrikanisch-amerikanisch-englischer Abstammung ist. Prima, damit sind die Royals im 21. Jahrhundert angekommen und ich bin mir sicher, sie werden sich dort bestens zurechtfinden.

 

Die Schlagzeile lautete: Prince Charles to celebrate Royal Family’s German heritage in major speech on ‘Brexit tour’. Der Besuch heute sollte der erste Kontakt nach dem Brexit werden, jetzt könnte es der letzte vor dem Ausscheiden der Briten sein. Aber sie werden wiederkommen, genau diese Botschaft haben die Royals im Gepäck. – Ob Charles in deutscher Sprache reden wird? Ich könnte mir vorstellen, dass er einige Passagen seiner Rede dazu nutzt. Er könnte es ganz spontan entscheiden, denn er spricht es fließend.

 

Noch eine kleine Randbemerkung: Die Berliner haben das große Los gezogen. Sie dürfen Prinz Charles und Camilla hochleben lassen und haben abends auch noch eine Gartenparty vorbereitet. Wir hier in Hamburg, wurden schon früh morgens von Frau Merkel überrascht, die im Hubschrauber über dem Hafen kreiste. Keine Ahnung warum. Der Helikopter soll schon wieder aufgestiegen und davon geschwebt sein, ganz wie die Bienen im Mai. Die Windsors wären mir lieber gewesen, dafür hätte ich mir den Wecker gestellt. Nun gut, wenn sie nicht kommen, dann fahre ich eben nach London.