Letzte Woche war es soweit, die Thronbesteigung der Queen jährte sich zum 66. Mal. Rekord, kein anderer britischer Monarch hat länger regiert. Trotzdem wurde der Tag eher verhalten gefeiert, denn er ist inhaltlich eng mit dem frühen Tod ihres Vaters, King George VI., verbunden. Die Königin selbst verzichtet auf jede Feierlichkeit und nutzt gerne die Abgeschiedenheit von Schloss Sandringham, wo sie sich seit Weihnachten aufhält. Bald wird sie nach London zurückkehren, vermutlich im ganz normalen Regionalzug, so wie sie es immer macht. 

 

Anlässlich des Sapphire Jubilee gratuliert man der Queen im Green Park.

 

Ganz ohne Reaktion wollte man in London am Krönungstag, sprich Accession Day (6. Feb.), allerdings nicht bleiben, jedenfalls nicht die royalen Soldaten, und so zollte sie ihren Respekt durch das Abfeuern von Salutschüssen. Immerhin 41 royal gun salutes donnerten mittags durch den Green Park. Die Royal Artillery Band spielte auf und die Pferde mussten sich mächtig ins Geschirr legen, um die sechs Kanonen in Position zu bringen. Die Dinger sind aus dem ersten Weltkrieg, sogenannte 13-pounder field guns, und das bedeutet ein Gewicht von über 1.000 kg pro Geschütz. Da kann man auch als Pferd ins Schwitzen kommen und es zeigt mal wieder, dass Ross und Reiter keineswegs ‘Operetten Kämpfer’ sind. Die Horseguard besteht aus Elitesoldaten und sie sind jederzeit einsatzbereit. Das man trotzdem, oder gerade deswegen, auch auf das gepflegte Äußere achtet, ist kein Widerspruch. Die Uniformen müssen sitzen, alles ist penibel vorbereitet. Dasselbe gilt auch für die Pferde. Wer silberne Beschläge sein Eigentum nennt, darf nicht wie ein Ackergaul auftreten. Haltung, blankes Fell und bitte auch eine akkurate Rasur gehören zum Programm. Die Pferde sehen es jedenfalls so und halten gerne still, wenn ihre Nase spiegelblank rasiert wird. Und sie wissen, dass das Gefühl um so intensiver sein wird, falls dann doch mal einer darüber streichen sollte. Und wer weiß, with a little luck could it be the Queen.