Der Fotograf Hugo Rittson-Thomas erhielt vor wenigen Wochen einen Auftrag, der auch für ihn aussergewöhnlich war. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Colonelcy of the Royal Scots Dragoon Guards, sollte er die Queen fotografieren. 

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van Dyck: König Charles I.

Rittson-Thomas überraschte mit seiner Idee, mittels raffiniert aufgestellter Spiegel die Queen gleich viermal abzubilden. Als Vorbild diente ihm ein bekanntes Gemälde des flämischen Malers van Dyck, der König Charles I. aus drei Blickwinkeln porträtiert hatte.

Die Idee fand sofort die Zustimmung der Queen. Ihr gefiel das Arrangement so gut, dass nach ihr noch viele andere Menschen auf gleiche Weise abgelichtet wurden. Darunter einige Mitglieder der königlichen Familie, viele uniformierte Guards  und auch der Royal Swan Ward, den wir gerade bei seiner Arbeit auf der Themse getroffen hatten (siehe: Mein lieber Schwan).

Natürlich war alles akribisch vorbereitet. Die Queen erschien in einer ebenso schlichten wie eleganten roten Robe, die traditionelle Farbe der Dragoon Guards,  stellte sich auf den richtigen Punkt und lächelte professionell in die Kamera. Und die machte nichts! Die Elektronik streikte, der Auslöser blieb still. 

Man kann sich vorstellen, was in dem Moment der Fotografen erleiden mußte. Es  wird schrecklich gewesen sein. Er schilderte es anschließend mit den treffenden  Worten: “My brain has just frozen.” Die Königin selbst hatte sofort begriffen was passiert war und weil sie sehr mitfühlend und aufmerksam ist, tröstete sie den Mann. “She started talking to me and I was able to fix the problem in two minutes.” 

Das Warten hatte sich gelohnt. Das Ergebnis ist umwerfend schön geworden. Hier trifft sich die Genialität eines Künstlers mit der starken Ausstrahlung einer echten Monarchin.

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Soweit ich weiß wird man das Bild als Poster kaufen können. Ich bin mir sicher, es wird Ihnen schon bald wieder über den Weg laufen. Dann können Sie die Anekdote erzählen und alle werden sich freuen. – Und ganz nebenbei lernen Sie die Kunst des small talks.