Eigentlich wollte ich meinen Geburtstag in London feiern. Weil aber George in diesen Tagen in Hamburg ist, bleiben wir natürlich hier. Ich habe keine Party geplant und habe mein Geschenk schon im voraus bekommen, trotzdem erhoffe ich mir eine kleine Überraschung. A teeny-weeny surprise wäre ganz schön. Und die bekomme ich dann auch, aber ganz anders als erwartet.

Einen Tag vor meinem Geburtstag teilt mir George völlig überraschend mit, dass er noch am nächsten Tag nach London zurück muß! Ich kann’s nicht fassen, warte auf den erlösenden Witz, der doch nun gleich folgen muß, aber nichts passiert. Mir zittert schon leicht die Unterlippe, als er endlich nachschiebt: “If you’ve time, we leave together.” Na und ob ich Zeit habe. Ich muß so gut wie nichts einpacken, denn inwischen habe ich mich in London “eingenistet”. Wow, jetzt kann ich also doch noch meinen Geburtstag in London feiern!

Eigentlich hätte ich es wissen müssen, dass das noch längst nicht alles war. Für eine gute Überraschung ist der Engländer geboren. Und George beherrscht diese Kunst, das hat er oft genug gezeigt. Aber mir reichte die unerwartet Entwicklung des Tages völlig. Ich war höchst zufrieden und glücklich über die Ereignisse. 

Am nächsten Vormittag fahren wir zum Flughafen, -zu einer ungewohnten Zeit für BA bzw. Lufthansa-, aber ich vermute den Grund im Sommerflugplan, den ich nicht kenne.

Erst beim sogenannten Boarding fällt der Groschen. Ich bin völlig perplex, denn wir fliegen gar nicht nach London sondern nach Paris! Alle möglichen Gedanken schiessen mir durch den Kopf, zum Beispiel dass ich ausser zwei Paar dicken, handgestrickten Norweger Wollsocken nichts im Gepäck habe. Sie sind für den Fall, dass die Schafskälte ins englische Schlafzimmer kriechen sollte. Mit diesem “praktischen Accessoire”, komme ich in der Stadt der Liebe an! Bonjour Paris.

Kneif mich mal. Bin ich wirklich mitten in Paris? Das ist ja wie Geburtstag haben.

George hat nicht geschwindelt, er muß tatsächlich noch heute nach London, aber bevor wir am Abend weiterreisen liegen ca. sechs Stunden Aufenthalt vor uns. Der Flughafen liegt etwas außerhalb im Norden oder Osten der Stadt. Wir fahren natürlich sofort in’s Zentrum. Die Sonne strahlt, als wir unsere Tour am Louvre starten. Durch die Tuileries geht es direkt zu den Champs-Élysées. Dort machen wir Pause, essen etwas und schlendern dann bis zum Triumphbogen weiter. Wir wechseln zum südlichen Seineufer und folgen dem Quai d’Orsay. Der Eiffelturm ist schon seit längeren in Sichtweite und leitet uns auch ohne Stadtplan sicher durch das Herz von Paris.

Der Gard du Nord. Von hier fährt der Eurostar nach London ab.

Die Weiterfahrt nach London ist überraschend easy. Kurz nach 19:00 Uhr fährt der Zug vom Gare du Nord ab. Weil wir eine Zeitzone queren kommen wir schon um 20:45 Uhr in St. Pancras (King’s Cross), London, an. Tatsächlich sind wir gut zweieinhalb Stunden gefahren; sowohl Abfahrt als auch Ankunft finden mitten in den beiden Weltstädten statt. Sehr beeindrucken und wirklich bequem. 

Heimspiel: Französisch, Englisch, Deutsch.

Eigentlich hundemüde und gleichzeitig mental aufgeputscht sinke ich “zu Hause” in die Kissen. Was für ein Tag –  a very joyful day! Als ich noch Kind war, wurde mein Geburtstag nicht gefeiert, als Erwachsene wußte ich nicht wie man es macht und nun –sixty odd– hole ich all die Versäumnisse an einem einzigen Tag nach und feier gleich in drei europäischen Ländern. Thank you George, it was a perfect surprise. Und ich glaube da sind noch ein paar mehr, die auf uns warten.

solar
Mein Solar für die nächsten 12 Monate. Wer es deuten kann wird mir zustimmen, da ist noch einiges zu erwarten. – I must count on all and I carry it with version 😉