Wer Aufmerksamkeit braucht, veranstaltet ein pressewirksames Fest. Am besten einen charity event, das mögen die Engländer. Der Nutzniesser des gesammelten Geldes sollten Kinder, oder noch besser, Tiere sein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Am allerbesten wäre es natürlich, wenn man noch einige Promis dazu bringt anwesend zu sein. Und grandios wäre die Teilnahme der Royals. Aber wie soll man sie zum Kommen überreden, gerade jetzt, wo die Queen ihre Termine deutlich gekürzt hat. Ganz klar, man lockt mir Tieren, am besten einen ganzen Zoo. Und so kam es, dass die Königin mit Ehemann auf einmal im Whipsnade Zoo auftauchte, der nahe bei Luton liegt. Das ist ausserhalb Londons, so ungefähr 50 Kilometer nördlich gelegen. Achtung bei Billigfliegern, die landen hier gerne und dann muß man erst einmal sehen, wie man denn nun zur Themse kommt. 

 

 

Ein anderer tierischer Star hatte am Wochenende Schlagzeilen gemacht. Am Palmsonntag, also eine Woche vor Ostern, wird in vielen Londoner Kirchen der Einzug auf dem Esel nachgespielt. Im Prinzip gibt es genug Esel in England aber am liebsten nimmt man natürlich einen Vierbeinigen. Und deshalb haben die vielen kleinen Zoos und Tierparks um diese Zeit Hochkonjunktur. Sie vermieten ihre Donkeys für so einen Umzug nur allzu gerne und können damit einen kleinen Teil der Futterkosten verdienen. Erfahrene Graue haben bis zu vier Veranstaltungen am Palmsonntag. Da wird mancher Popstar neidisch. Einer aber hatte leider ganz schlechte Karten. Der eigentlich lammfromme Clover durfte nicht mitmachen. Sein Problem ist seine ausgeprägte Ängstlichkeit vor Pfützen und Schlaglöchern. Sobald er so einen kreisrunden Fleck auf der Straße sieht, bleibt er stehen. Aufwendig umgeht er das vermeintliche Loch, denn er scheint davon überzeugt zu sein, dass er in dieses hineinfallen wird und nie wieder auftaucht. Immerhin hat der sensible Clover es auf die Titelseite geschafft und ich bin mir sicher, dass der Osterhase ihm eine besonders saftige Karotte ins Stroh legen wird. Wer übrigens die Schlaglöcher auf Englands Strassen kennt, kann Clover verstehen. Löcher von solcher Größe und Tiefe machen auch mir, ehrlich gesagt, Angst. 

 

 

Und dann war da noch das Pferderennen von Aintree. Ein Grand National, das dem Sieger die stolze Summe von £600,000 einbringt. Das sind aktuell fast siebenhunderttausend Euro. Einer der Favouriten war ein Pferd namens One For Arthur. Der wechselte erst vor zwei Jahren seinen Besitzer und sollte nun zum ersten Mal in einem so bedeutenden Rennen an den Start gehen. Eigentlich hat er sogar zwei Besitzerinnen, nämlich die vergnügte Damen, Belinda und Debs, die sich selbst The Golf Widows nennen. Darauf kamen sie, weil ihre Gatten seit der Pensionierung gerne den Tag auf dem Golfplatz verbringen. Die Frauen hatten dazu keine Lust und fragten sich, womit sie sich die Zeit vertreiben könnten. Und da kamen sie auf die Idee One For Arthur zu kaufen. Der war aber damals, also vor gut 24 Monaten noch kein Rennpferd. Deshalb war er auch relativ günstig für £60,000 zu haben. Nun fieberte ganz England dem Rennen entgegen und fragte sich, ob Arthur es schaffen würde, das zehnfaches seines Preises mal eben in Aintree zu erlaufen? Die ‘Golf-Witwen’ freuten sich einerseits über den möglichen Geldsegen, hatten aber auch große Sorge um die Gesundheit ihres Pferdes. Einen Tag vorher sagten sie: “We’re just hoping he gets home safe. We do get quite nervous, he means a lot to us. It’s not like we are people with 50 horses.” Und würden die Männer ihnen an dem Rennsonntag ausnahmsweise auch zur Seite stehen? “The boys are here too today and tomorrow supporting us,” said Mrs McClung. “They are having a rare weekend off from golfing. It’s a big thing for them as well.” Und dann ging One For Arthur an den Start, rannte was das Zeug hielt und kam als erster ins Ziel. Gesund und eine dreiviertel Million Euro reicher. Congratulation Ladies!