England hat es schlimm erwischt. Sturm Desmond brachte aussergewöhnlich viel Regen. Nördlich von Birmingham ging es los; in Lancashire und Cumbria, steht das Land unter Wasser. An der Ostküste sieht es nicht besser aus. In gut 42.000 Haushalten fiel der Strom aus; einige tausend Menschen wurden wegen akuter Flutgefahr evakuiert und unzählige Häuser stehen schon meterhoch im Wasser. Ein älterer Mann wurde tot (ertrunken) aus den Fluten gezogen. 

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Weite Landstriche sind abgesoffen. Hochwasser im Norden.

Und es ist keine Besserung in Sicht, der nächste Sturm nimmt schon Anlauf. Er wird in den nächsten Tage über den Norden der Insel ziehen. Soviel Regen in so kurzer Zeit hat es seit über 200 Jahren nicht gegeben. Binnen Minuten schwollen Flüsse zu reißenden Strömen an, dann gaben die Deiche nach. In Malham Cove hat sich ein Naturwunder ereignet. Seit Jahrhunderten war diese Felswand trocken. Jetzt donnert hier der größte Wasserfall Englands in die Tiefe!

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Glück im Unglück hatte Mike. Der Esel steckte im Schlamm fest, als das Wasser rasend schnell näher kam. Er konnte sich nicht befreien und wäre jämmerlich ertrunken. Zum Glück gibt es einen Animal Heaven Rescue Notruf. Die wurden alarmiert und konnte das Tier retten. Sie hatten einen Hilferuf per Facebook erhalten: “Code red. Today’s emergency. Please help me. There is a donkey stranded in deep flooding in Kilorglin. I need a boat and men to help. I have ropes etc. Please get me help.” Mike war zwar pitschnaß aber er stand wieder auf sicheren Boden. Für ihn war schon Weihnachten.

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Dramatische Rettung. Am Ufer angekommen, ist nicht nur die Besitzerin erleichtert, auch Mike zeigt ein breites Lächeln.

Freddie dem Goldfisch scheint auch eine frühzeitige Bescherung zuteil geworden zu sein. Das Wasser hätte ihm eigentlich nichts ausgemacht, aber sein Problem war anderer Art. Diebe waren eingestiegen, sie hatten es eilig, durchsuchten die Wohnung und liessen u.a. Laptops mitgehen. Bei dem Durcheinander sind sie auch gegen sein Glas gestossen. Es fiel auf den Boden und für den goldigen Fisch begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Aber einer der Einbrecher, die nicht gerade vorsichtig zu Werke gegangen waren, schien doch ein Gewissen zu haben. Er rettete Freddie. Als die Bewohner zurückkehrten, bekamen sie einen gewaltigen Schreck. Im Schlafzimmer waren alle Schränke geöffnet, die Kleider lagen wild auf dem Boden verteilt. Dasselbe Bild im Wohnzimmer. Die größte Überraschung wartete aber in der Küche. Dort hatte jemand den Ausguß verstöpselt, Wasser ins Becken laufen lassen und Freddie vorsichtig in die neue Badewanne gesetzt.

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Vom Glaspalast ins V2A Becken. Ob Freddie es bemerkt hat?

Hoffentlich wird das Wetter nicht so schlimm wie vorhergesagt. Die Zerstörung ist jetzt schon groß genug. Kaum ein Haus ist versichert; für viele bedeutet das Neustart bei Null. Schöne Bescherung! Die Engländer werden sich bestimmt solidarisch zeigen und spontane Hilfe anbieten. Denn die ist jetzt mehr als jedes teure Geschenk wert. Glücklich kann sich jeder schätzen, der jemanden hat, der auf ihn acht gibt. Ich wünsche es mir.

beagle