Die Queen ist im 90. Lebensjahr angekommen. Frisch sieht sie aus. Auf mich wirkt sie beneidenswert munter. Nach der Geburt von George und Charlotte ist die Royal Family beliebter denn je; um den Fortbestand des Königshauses muß man sich nicht sorgen. Ganz sicher wird Queen Elisabeth noch bis zum nächsten Sommer Regentin bleiben und auch für die Zeit danach stellt niemand die Frage nach einem möglichen Rücktritt. Spekulationen über ihr Ableben verbieten sich sowieso; das muß nicht erklärt werden.

Viele Engländer waren deshalb überrascht, dass die Königin in diesen Tagen selbst das Thema angeschnitten hat. Sie erklärte ganz nebenbei, dass sie die Hundezucht aufgegeben hat. Nun weiß jeder um ihre besondere Liebe zu den kurzbeinigen Pembrokeshire Welsh Corgies und diese Begeisterung fing schon früh im Leben der Queen an. Schon als Kind suchte sie sich einen Corgie als Begleiter aus und nannte ihn Dookie. Ihm folgten rund 30 Nachfahren, alle aus eigener Hundezucht. Die Queen lässt es sich bis heute nicht nehmen, die Hunde selbst zu füttern und sie täglich auszuführen.

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Jetzt aber sind ihr nur noch zwei Tiere geblieben, Holly und Willow. Beide sind fast 12 Jahre alt und das ist für die Rasse bereits ein hohes Alter. Monty Roberts, ein Pferdeflüsterer und enger Vertrauter der Queen, erfuhr von ihr, dass sie die Zucht eingestellt hat, weil sie keinen Hund zurücklassen will, wenn sie einmal sterben wird. Eine Aussage, die mir nicht sofort einleuchtete. Ich bin mir sicher, dass man im Fall des Falles die Hunde nicht in ein Tierheim geben wird. Warum also dieser Gedanke? Ist es der Wunsch geordnete Verhältnisse zurückzulassen? Vermutlich ist der Unterschied zwischen einer Königin und ihrem Volk umso geringer, je persönlicher und existenzieller die Fragen werden. 

Übrigens Monty Roberts, inzwischen auch schon 80 Jahre alt, steht nachweislich bei Queen Elisabeth hoch in der Gunst. Er begleitet sie oft bei Ausritten um das Schloß Windsor und nach ihm wurde einer der königlichen Corgies genannt. Wir kennen ihn alle, den little pup Monty, der 2012 bei der Eröffnung der Olympic Games Daniel Craig vom Hubschrauber abholte, ihn durch den Buckingham Palace zur Queen führte und dann ‘tummy rollings’ vor der Kamera zeigte. 

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Apropos ‘Bauchrollen’, -das ist jetzt ein rasanter Gedankensprung-, die sind in diesen Tagen auch mein Thema. Eine letztes hartnäckiges Fettpolster will nicht weichen. Eigentlich bin ich mit Figur und Gewicht höchst zufrieden, wenn da nicht diese eine Rolle wäre, die die Silhouette jedes hautengen Kleides zunichte macht. Für kurze Zeit kann ich einfach die Luft anhalten, aber für einen netten Abend unter Leuten ist das keine funktionierende Option. Was tun? Ich könnte weiter geschnittene Sachen anziehen, dann wäre das Not-Depot optisch weg. Aber mal ehrlich, habe ich dafür zwei Jahre an der Figur gefeilt, nur um jetzt vor dem letzen Hindernis zu resignieren. Niemals. Dem Speck wird der Kampf angesagt. 

Mein Fight-Experte macht mir nicht gerade Mut: “Mit Diät schafft du das nie. Einen straffen Bauch bekommst du nur durch Training.” Genau das habe ich befürchtet! – Eigentlich nett, dass er wohl auch mit dem aktuellen*) Zustand zufrieden ist, aber auch ein Grund mehr nicht frühzeitig die Flinte ins Korn zu werfen.

*) Übrigens bedeutet das englische Wort actual soviel wie wirklich, tatsächlich. Monatelang habe ich es falsch benutzt und ein Kopfschütteln nach dem anderen provoziert. “What are you actual planning to do?”Pardon??? I always tell you the truth!.” “Davon bin ich überzeugt, aber warum erwähnst du es jetzt?” usw. – Im Fall des Falles sollten Sie es mit dem Wort current versuchen.

Zirkeltraining im Sportclub kommt nicht infrage. Nur über meine Leiche. Ich versuche das George zu übersetzen, only over my dead body, was er wohl ganz und gar nicht versteht. Oder womöglich auch noch falsch. – Wenigstens zweimal habe ich den vollen Jahresbeitrag an so ein Sportstudio bezahlt, obwohl die Lust am Training nach wenigen Wochen aufgebraucht war. Vorzeitige Kündigung ist vertraglich ausgeschlossen, die wissen genau wie das läuft.

Also bleibt nur die kostenlose Variante: Selber laufen! Auch da kann ich auf langjährige Erfahrung zurückgreifen, keine gute. Ein Versuch endete nach ca. 600 Metern. Ich war völlig ausgepumpt und schlich sozusagen auf der Felge zurück nach Hause. Hoffentlich hat es keiner gesehen. Auf eine Wiederholung habe ich jahrezehntelang verzichtet. Trotzdem habe ich es dann noch einmal versucht und das ging genauso kläglich schief, wie beim ersten Versuch. Nee, Laufen ist nicht mein Ding. Andere macht es angeblich glücklich, ich greife da auf bequemere Methoden zurück.

Die Unterwäsche von Queen Viktoria wurde in diesen Tagen für 11.000 Euro versteigert. Ein wahrhaft königlicher “Schlüpper”. Die Größe brauche ich noch nicht. Jetzt ist ‘Victoria’s secret’ wieder im Palast. Wozu? Für den Fahnenmast?

George ist ein ausgewiesener Läufer. Er hat zuviel Energie, die muß raus. Ich habe keinen Zweifel, dass er weiß wie man trainieren muß, aber ich bin mir leider auch ganz sicher, dass mir sein Plan nicht gefallen wird. Habe ich eine Wahl. Mein Bauchgefühl (ha, ha) sagt nein. Und so bekomme ich wenig später einen Profi-Lauf-Trainingsplan in die Hand gedrückt und zusätzlich die volle Unterstützung meines selbsternannten Coaches. Ziel: In 3 Monaten soll ich ohne Probleme 30 Minuten im Stück laufen können. Hört sich gar nicht so schlimm an, als ich mir aber überlege wie lang eine Strecke sein könnte, die man in einer halben Stunde laufend bewältigt, wird mir Angst und Bange. Und ehrlich gesagt ist mein Ziel ein ganz anderes. Ich sage nur hautenges Sommerkleid …

Inzwischen ist die erste Trainingwoche absolviert und mir geht es besser als erwartet. Noch, wer weiß wie lange? Die ersten vier Trainingseinheiten waren easy, wir sind stramm gegangen, erst 20 dann 25 Minuten. Einen Tag gehen, einen Tag Pause. Das war wirklich nicht schwer. Es hat mich nicht beeindruckt, allerdings gilt das auch für das Hüftgold. Ich bin gespannt, ob ich das wirklich schaffen kann. Falls Sie gerade einen Daumen frei haben, dann bitte mal kräftig drücken.