Das Lied, von Louis Armstrong gesungen, wird gerade im Radio gespielt und ich stimme aus tiefster Seele zu. Seit gestern strahlt die Sonne vom Himmel, der Frühling ist da und nicht nur die Vögel singen aus voller Kehle.

Ich sitze auf dem heimischen Balkon und tanke “Lebenskraft”. Mittags schickte George mir ein Foto. Es wurde am Samstag an der Küste in Brighton gemacht. Das kenne ich inzwischen schon; wir waren vor einigen Wochen dort gewesen. Damals blies noch ein bitterkalter Wind über die See.

starlings
A huge flock of starlings at the West Pier of Brighton during sunset.

Die Stare sind also zurück und George schreibt dazu: “How about next weekend? Come home.” Na, der Mann weiß welche Knöpfe er drücken muß, um mich im Handumdrehen zu überzeugen.

Und so sitze ich also auf dem Balkon und grübel, wie man auf die Insel kommt, ohne das Flugzeug zu benutzen. Aber es scheint keine Fähre mehr zu geben. Jedenfalls keine in erreichbarer Nähe. Also bleibt nur schwimmen oder fliegen.

I see trees of green, red roses too
I see them bloom, for me and you
And I think to myself
What a wonderful world

Ich singe leise mit. Das Lied ist eine Liebeserklärung an das Leben selbst. Ich mag es, wegen der Melodie UND des Textes.

I see skies of blue, and clouds of white
The bright blessed day, dark sacred night
And I think to myself
What a wonderful world

hundUnd da ist es passiert! So langsam wird mein Englisch besser und jetzt merke ich schon mal von alleine, was für blödsinnige Liedtexte ich singe. Statt “dark sacred night” habe ich jahrelang “dogs said goodnight” geschmettert. Das darf doch nicht wahr sein. Das tut ja richtig weh.

Ich kann mich partout nicht entscheiden, ob ich fahren soll oder nicht. Also mache ich das Dümmste, was man machen kann. Eine Pro- und Kontraliste. Das ist dumm, weil es mit Sicherheit der Entscheidungsfindung nicht dient. Jedenfalls nicht objektiv. Subjektiv sieht das anders aus. Da lässt man sich einfach mehr Pros als Kontras einfallen.

Meine sprachlichen Schwächen sind ja wohl ein ganz klares Pro. Und der Vorschlag von George, einen Ausflug nach Kew in Südengland zu machen, und dort die Royal Botanic Gardens zu besuchen, gehört auch eindeutig auf die Haben-Seite. Summa summarum: Alles spricht für einen Kurztrip 😉

kew-walkway
Der Treetop-walk durch die Kew Gardens. Bin sehr gespannt.

Yes, I think to myself
What a wonderful world
Oh yeah